Ausgabe 
21.7.1767
 
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Wenn eine Mannsperson ein Frauenzimmer Vorschläge , so hak man bey unfern heutigen galanten Zeiten wohl darauf acht zu haben, ob diese beyde gute Leute nicht ehemal in einer gewissen Verbindung gestanden,und ob eine alte Liebe, die nicht zu rosten pflegt, nicht Ursache davon ist. Weiber, welche geringere aus der Hand eines höheren bekommen, sind eben nicht alle gerade.Bühlfthtvestrrn. Aber die Sache ist doch immer verdäch­tig , und dieses solange, bis das Gegentheil klar und .deutlich erwiesen ist. Und wie viel gehört nicht hierzu? '

Ich habe fast durchgehends gefunden , daß diejenige die in ihrem Ehestand eben nicht am glücklichsten gewesen , am meisten geneigt sind, andern zu fteyen. Dämon hat eine Frau wiederwillen nehmen müssen, weil er die Thorheit begangen hatte, sich vor der Zeit, mit ihr in einen Eheverspruch einzulaffen. Und dennoch ist niemand besorgter für andre Leu­te als er. Er trift kaum einen Bekannten an, so schlagt er ihm so gleich fünf bis sechs Personen vor. Er schreibt ohne Befehl an alle sechs. Er bekommt von einigen Hofnung. Sein Bekannter der seinen Vorschlägen aus bloser Gefälligkeit nicht gerade zu widersprochen hatte, hat sich indessen als die Antworten zurück gekommen sind, anderstwo verheurathet. Dämon ist dadurch genöthiget seinen Briefwechsel liegen zu lassen, und bebautet nichts mehr, als daß es Leute giebt, die so unverständig sind, und sichvon ihm nicht rathrn lassen wollen ob er sich gleich selbst nicht hat rathen kön­nen. Seit einiger Zeit ist es Dämon müde geworden zu freyeu, nachdem er vorher sogar auf den Einfall gekommen war, zwey Personen mit einan­der zu verbinden, mit denen er nicht die geringste Bekanntschaft hatte,und die er sogar nicht einmal von Person kannte. Er schriebe an die Manns­person, und schlug ihm das Frauenzimmer vor, die er nach bem Ruf zu urteilen für schicklich erachtete. Dieser hatte vermuthlich von seiner Be­gierde andere Leute mit Weibern zu versorgen von ohngefahr Nachrichtbe- kommen, uud schrieb ihm zu, jedoch durch die Hand eines andern, wo­von Dämon nicht urtheilen konnte- weil er sie nie gesehen hatte. Er schick- ? te ihm so gar eine förmliche Vollmacht. Voller Freude setzte sich Dämon zu Pferde, und suchte seine Commißion auszurichven. Das Frauenzim­mer, das er ausersehen hatte, lachte ihn gleich bey dem ersten Besuch spöt­tisch aus, daß er nicht Luft hatte, wiederum anzusetzen. Er ärgert sich, . besinnt sich auf feine Vollmacht, fragt nach andern ledigen Personen und wagt noch verschiedne Angriffe hin und wieder wo er eben so schimpflich abgewiesen wird. Endlich trift er eine Person an, die vermöge ihrer schlech-

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