Ausgabe 
21.7.1767
 
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Mesisths w^chetttil'ck - Aemeittnutzige Attzeigm

jedermann, der die Kirche besuchte, bewogen bey ihm stille zu stehen, und ihm ein Mittel gegen das Zahnweh vorzuschlagen. Er zeichnete alles auf r und innerhalb etlichen Tagen hatte er ein Register von mehr als dreytau- send Personen, die sich, so viel an ihnen war, Mühe gegeben hatten, ihn zu curiren. Auf eben die lustige Art könnte man beweisen , daß in einem Mn Ort wenigstens drey Viertheil von seinen Einwohnern beyderley Ge» schlechts ordentliche Freyer von Proleßion wären.

Ist die allgemeine Menschenliebe, von denen die meisten Sntenrich- ter behaupten, daß sie fast gäntzlich erkaltet sey, hieran Ursache? Öder pflegen sich verschiedne Nebenursachen mit einzuschleichen, die in ihrem Ur­sprung so gar lauter nicht sind?

Viele stehen in dem Vorurtheil daß derjenige, der vermöge seiner Umstanden heurakhen kan, nothwendig auch heurathen müsse. Ihre Dienst- fertrgkelt ist sogleich bey der Hand, weil sie glauben daß unverhemathete Personen nicht so viel Hertzhaftigkeit, Verstand, oder Bekanntschaft ha. den, um für steh selbst wählen zu können. Die hohe Meynung die diese Leute von sich selbst haben, ist also die geheime Triebfeder, die sie in Be­wegung setzt. ; tr r : ;5. ... . / *

Andre hoffen allerlei) ansehnliche Vortheile davon zu tragen , wenn sie eine Heurath zu.Grande bringen können. Menn man so gefällig ist, ihren Vorschlägen auf einig^Zeit ein geneigtes Gehör zu geben, so wird man sehr oit ohne große Mühe bis zu den Ursachen derselben hindurch drin- gen. Zuweilen aber sind sie listig genug ihre geheime Bewegungsgründe tief zu verbergen, nnd Ms durchlaufend Umwege zu dem von ihnen längst

Ael i» sühttti^ U-berhaupt hat man also bey allen HemathsVorschlagm Mache mitoauffcb zu s-yn. Weil ihre Urhebersel. tty das Wohl chres vorgegebnen Freundes, sondern meistens ihren eigney Nutzen zur Absicht haben.- Lesbia hat in ihrer Jugend eine getreue Freun- d'n gehabt,--Do».der Snunmehr gekannt ist. Sie wünlcht nichts mehr M das Gluck sie. wieder um sich zu haben. Sie empfiehlt diefekbige einer

M H/urath aus keiner andern Ursache, als weil sie sonst kern SSOrt zu wohnen. Sie rühmt die vor«ß trefliche Ergenschaften ihrer Freundm und dies vielleicht mit RZcht; Aber sie be- denkt nrcht, daß fleM demohngeachtet schlecht zuder Gemüthsart des Marr§ nesdensie ihr verschaffen will,' schicken könne. Kurtz; Sie ist keine wahre Freundin des Mannes dem sie diesen Vorschlag rhut, sondern eiue Freun. dm von rhrer Freundm, oder noch deutlicher zu reden, nur von sich selbst.