Ausgabe 
21.7.1767
 
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a 3 ö Gr'esische wöchentlich gemer'mrötzige Anzeigen

ten Umstande, und freyen Lebensart ftoh genug ist einen Mann zu bekom­men, von was für einer Beschaffenheit er auch übrigens seyn möchte. Dä­mon macht alles richtig, und schreibt seinem Principal. Dieser leugnet, daß erjemal in dieserSache einen Brief von ihm, den er ohnehin nicht kenne, bekom­men, und daker folglichihm nicht den geringsten Antrag ertheilt habe. Dämon sucht seine Sache durch den Weg Rechtens auszuführen : er klagt: man fordert seinen Gegner vor: die Sache wird genau untersucht: man findet daß es untergeschobne Schriften find, davon man den Urheber nicht aus­findig machen kan. Dämon wird abgewiesen, hat aber das Unglück daß ihm das Frauenzimmer, welche nun mit aller Gewalt einen Mann von sei­ner Hand oder an dessen Stelle eine ansehnliche Genugthuung haben will, in allem Ernst zu Leibe gehr. Er ist keines von beyden zu leisten im Stand- Zum Unglück für ihn stirbt seine Frau, und so misvergnügt er mit ihr ge­lebt hatte, so wenig ist ihr Todt sein Glück. Das Frauenzimmer, das er mit seinen Freyereyen wiederwillen betrogen hat, versteht keinen Schertz. Sie droht ihm ihre Ansprüche auf eine Genugthuung und Schadlsshaltung geltend zu machen. Seine schlechte Umstande die einem Banckerut nahe find, und darum sich seine Feindin genau erkundigt hat, erlauben ihm nicht, die Sache zu Weitlauftigkeiten kommen zu lassen. Er weis sich in der Angst nicht weiter-zu helfen, als daß er seine Hand seiner Verfolgerin anbietet. Nach verschiednen verstellten Schwierigkeiten nimmt sie diese Auskunft an. Nun hat Dämon die zweyte Frau die noch weit atger ist, als die erste. Aber mein wehrter Herr Dämon, argem sie sich doch nicht so ostSie Haben sich ja selbst gefreyt! Sie freyen wohl schwerlich wieder vor einen andern.

Cleon hat ein gantz hübsches Madgen auf einen griffen Nach­mittag zum erstenmahl gesehn, und den Abend darauf schon förmlich um fie angesucht. Man hat sie ihm auch sogleich zugesagt, weil Cleon für ein Madgen dessen Vermögen bereits geschmoltzen war, eine vortheilhaste Parthie schien. Die Ehe ist, und wie konnte es anderst seyn? unglücklich ausgeschlagen, und dennoch hat Cleon für einen jeden iungen Menschen, von dem er glaubt, daß er eine Frau nöthig habe, immer ein paar Per­sonen in Bereitschaft, davon er ihm eine nach der andern zur Heurath vor­schlagt, und ihm dabey rüth, sich so wie er nicht lange zu besinnen, weil man im Heurathen auf Glück und Unglück zufahren müsse: Eine Lehre wel­che der C^olg seiner Hurtigkeit von selbsten widerlegt.

Marul