rtz MeMche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen

Er sieht den Abgrund für Augen, und MrU sich doch hinein. Die Um* stände darinnen er sich befindet, lassen chm entweder keine Zeit zur Ueberle- gung, oder zwingen ihn wider alle Klugheit zu handeln. Was soll er chun? Er soll, meinen Sie, seine Ausgaben emschräncken. Wie geht dieses and Und wie viel gehört nicht zrmr täglichen Bwd? Er hat eine or­dentliche Erziehung gehabt: Er kan nicht von einem bisgon Brod und Brandewein leben. Er lm'ß sich und Die Scinigen auch wenigstens so kleiden, daß er keinem Bettler ähnlich sieht. Er soll, versetzen Sie, lie­ber seine Bedienung ganz aufgebenweil er nicht davon leben kan. Die­ses scheint wohl besser zuseyn, als sich einer Grössern Gefahr auszusetzen. Aber wovon will er alsdenn leben, wem er gar nichts mebr einztmehmen hat? Wo will er so geschwind wieder ankommen? Nein. Er behält seine Bedienung Md host von Tag zu Tag eine Verbesserung seiner Umstände, bald von der Gnade seines Landes-Herrn, bald von einer Erbschaft, bald von -einem kleinen Handel Den er «Mngt. Aus diesen Dingen wird-nichts: Inzwischen ist er so tief hinein gefallen, daß er sich nicht mehr helfen kan: Er hatte , fahren Sie fort, eine solche Bedienung lieber nicht annchmm sollen. Es geschieht ihm ja doch kein Unrecht- wenn ihm nicht «lehr Be­soldung gut gethan wird, als man mit ihm einig geworden ist. Dieses klingt schön in der Theorie. Aber hören Sie. Er ist schon vorher in dm schlechtesten Umstanden gewesen. Er findet endlich Gelegenheit eine soLche kleine Bedienung zu bekommen. Sott ir sie ausschLagen? Dieses erlaubt die Dürftigkeit nicht, in der er schon gesteckt Hal. Es ist doch besser et­was als gar nichts. Eben die vorhin gedachte Hofnung stellt alles leichter vor. Er weiß noch mcht wie viel zu einer Haushaltung gehört. Erhofft und -nimmt flchs auch-ernstlich vor mit seinem wenigen Gehalt Äuszukommen, und wird erst eine Zeit -hernach Uvchr daß es nicht n?ög- lich lst. Und wie, wenner vorher eine andre Bediermng gehabt, und ei- me Rechnung auf höhern Befehl- gegen Den sich ohne die gröste Gefahr S um das Brod zu kommen, nicht immer Gegenvorsti'llungen machen i, hatte übernehmen müssen? Ein solcher Bedienter, dencken Sie, sollte dann lieber gar nicht hemathen. Es ist wahr, so lange semand noch edrg ist, kan er sich allenfalls noch cher durchhelsen. Aber wie, wann er schon eine Familie gehabt hatte, ehe er zu einem solchen Dienst gelangt wäre? Kan er sich von seiner Frau scheiden lassen, und sie und die Kinder fortschicken, weil er nicht vor sie zu leben hat ? Oder wenn er noch ledig wäre, und doch einer Frau nöchig hätte ? Ist wohl einseder so gcwissen- 4J U l0s/