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wöchentlich-
Drittes Stück.
Dienstags den roten Mannar. 1767,
Mit Hochfürstl. Hessen- Darmstadtischer gnädigsten Erlaubnis.
Folgende Briefe sinb vor einigen Tagen eingelanfen, und verdienen cingernckt zu werden.
Meine Herren,
^»ssse Gedanken, die Si- i« dem letzten Blat des vorigen °tahrS übet MJ dir so wenig an die Zukunft denkende RechnungsBediente geäusert , baden, sind völlig gegründet Wenn der LanvesHcrr denenftlben so wie ihrmi Correwondencen eine hinlängliche Besoldung angewiesen bat, fo >st der Betrug dessen, der einen Receß macht, allerdings unter die abscheulichste Berbrechen zu rechnen, und meines Erachtens noch schärfer >u bestrafen als ein gemeiner Diebstahl. Wie aber, wenn der Rechner nichts zu leben hat, und aus Roth, und zwar in einer gewissen Proportion mit diestr Noch, in fremde Gelder eingreift? Da man an vielen Orten ae« wohnt ist, diese und andre Gattungen von Bedienungen gleichsam;u ver- fleigern und sie demzemgen zuzuschlagen, der am wohlfeilsten dient, so muß - deri-iuge der eme weitläufige Haushaltung und keine derselben gemäße Ein. nähme hat, fast wider willen Eingriffe thun, zumahl da, nach dem bekann- ten Spruchwort, Geld keinen Mangel leiden läßt. Er und seine Kinder wollen Brod und Kleider haben: Hunger können, sie nicht leiden, und
wenig nackend gehen. Er sieht so gut in die Zukunft als jemand: Er sieht so gar traurige Exempel vor sich, und braucht eben nicht weissagen zu können, um zu errachen, wie es auch ihm zuletzt ergehen werde
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