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kleiner als ein Riese. Er trug ein grosses Bauholz auf seiner linken Schul- ter, auf seinem Haupte eine ellenlange Pelzmütze, die auch im letzten Winter noch zu warm gewesen wäre, und auf seiner Brust einen dicken Harnisch, der mit einer Zentnerschweren Kette fest gebunden war. Sein Bart, sein langer grausenvoller Bart schien seine Spitzen in der Löwen- Haut, womit sein Leib bedeckt war, zu verlieren. Ich würde vielleicht seine furchtbare Gestatt malerischer haben beschreiben können , wenn mir der Schrecken, den sie mir einjagte, eine genauere Betrachtung derselben erlaubt hätte. Denn so sehr ich mir auch immer vorgenommen habe, mich für keiner Erscheinung oder irgend einem Gespenste zu entsetzen ; so verlohr ich doch dismal meinen Muth und alle meine Gleichgültigkeit. In der ersten Minute wenigstens wüste ich nicht ob ich noch im Reiche der Lebendigen, oder ob ich bereits von dem Bauholz, das auf seiner Schulter lag, zerschmettert worden wäre. Ich blieb nicht lange in der Lage eines Nachdenkenden sitzen, ich vergaß, Betrachtungen anzustellen, und fieng an zu zittern, gleich einem Menschen, auf den das Todesurtheil fällt.
Doch dieser verzweifiungsvolle Zustand dauerte nicht lange. Der Geist schien meine Bestürzung und meine unaussprechliche Verwirrung wahrzunehmen und suchte selbst, mich wieder davon zu befreyen. Woher kommst du, mein Freund? redete er mich an. Wen suchst du hier unter den traurigen Ruinen meines ach.' zu früh verheerten Schlosses, das ehemals der Ewigkeit trotzte? Diese freundliche Anrede, die mir einen sehr vortheilhafken Begriff von diesem Geiste beybrachte, stößte mir neuen Muth ein. Ich antwortete mit noch furchtsamer Stimme: Ich bin in dieser Gegend gebohren und habe diesen -Ort besucht, um im Stillen einige Betrachtungen über die Zeiten anzustellen, worin dieses Schlosmöch- te erbauet und bewohnt worden seyn. Wie? du bist in dreser Gegend gebohren ? fragte er mich verwunderungsvoll. Bist du denn vielleicht der gegenwärtige Beherrscher dieser Gegend. Ich schliesse es fast aus deiner Kleidung , die so prächtig ist, als in meinen Tagen kaum die Kleidung eines Königs war. Ich antwortete ihm, daß ich weit unter das Glück der Fürsten erniedrigt wäre und meines Wissens nicht einmal von adlichen Eltern herkäme, die Mode brächte es anitzt so mit sich und ich könnte ihn versichern, daß ich noch sehr schlecht und bürgerlich gekleidet wäre und daß Leute von meinem Stande nicht selten für einige hundert Gulden Kleider auf ihrem Leibe trügen, die überdieses manchmal noch nicht einmal bezahlt wärm. Inzwischen erforderte es die Mode so, und man müßte sich heut


