Niesffsche wöchentlich- gemclnmßW KlUWtt 11116 Wachrichttu Drey und Dreyssigstes Stück.
Dienstags den ireen Augvst 1767.
MitHochftrrstl. Hessens DarmstaLt^cher gnädigsten Erlaubnis»
den letzten Tagen, die ich mich bey meinem Freunde auf dem San* vi aufgchalten habe, beschauten wir noch die traurigen Ueberrestt YäJ) ,jnes alten benachbarten Schlosses. Wir unterredeten uns lange von diesem verfallenen inerkwrirdigen Alterthume, von seinen ehemaligen Bewohnern, von deren Kleidungen, Sitten und Denkungsart, vonder Rcliaion, von der Bau-und Kriegskunst derselben, und von vielen andern ähnlichen Dingen mehr. Mein Freund theilte mir bey dieser Gelegenheit einige Muthmasungen mit, auf die er durch eine vieljahtige genaue und aufmerksam- Betrachtung dieses alten Gebäudes verfallen war, und die ich vielleicht künftig meinen Lesern noch bekannt machen werde. Heute will ist, ste nur mit einem Traume unterhalten, den ich die Nacht darauf hatte, und worinn mir einige von den Muthmasungen meines Freundes von neu- eni wieder vorkamen.
ES träumte mir, ich fasse um Mitternacht in dem Vorhofe diese» Schlosses, vertieft in Betrachtungen, auf einem kleinen Hügel, unter welchem einer von den ehemaligen Besitzern desselben begraben läge. Ich hakte mich kaum in die Lage eines Nachdenkenden gesetzek, als ich auf ein* mal einen Geist vor mit sähe, gekleidet wie ei» Hottentotte, und mchtviel
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