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Auspressung in solchen Feuchtigkeiten einweichet, die geschickt sind, gewisse bittre Theilchen aus demstlben auszuziehen, welche, indem sie sich unter der Aus. ressung mit dem^Oel vermischen, dessen Geschmack verderben. Diese Flüssigkeiten müssen" zugleich wohlfeil und von solcher Art seyn, daß sie die wesentliche Natur eines Oels nicht zerstören, oder ihm eine schädliche Eigenschaft beibringen. Das Kalckwasser scheinet mir zu dieser Absicht vorzüglich dienlich zu seyn , und folgend Versuch wird die Sache einiger massen bestätigen.
Ich goß auf i. Tbeil von guten ungelöschten Kalck 6. Tbeike reinen kalten Brunnenwassers. Nachdem die gewöhnliche Erhitzung vorbei war, und die Vermischung nach einiger Zeit vollkommen ruhig worden, so leigte ich das Wasser durch und schüttete es in einem reinen weiten Topf auf frischen Leinsamen, so daß das Kalckwasser etliche Querfinger hoch darüber stund. Ich ließ den Saamcn also 24 Stunden lang an einem kühlen =Örte ein weich en Nach Verflieffung dieser Zeit goß ich das Wasser ab, welches von Farbe grüngelb und zugleich klebrigt war. Auf den zurückgebliebnen Samen goß ich zu wiederholten mahlen kaltes Wasser, um die anhängenden klebrigten Theilchen abzuspühlen, die sich aber dadurch doch nicht gänzlich wollten absondern lassen, indem die Samenkörner noch ziemlich zusammenbackten, hierauf breitete ich den Samen auf einem leinenen Tuche aus, und ließ ihn in einer gelinden Wärme trocknen; denn in der blossen Luft wollte- das Trocknen nicht so gut und geschwind von statten gehen, sondern die Körner fingen zum Theil an zu kennen. Als er völlig trocken war, ließ ich ihn zerliossen, und in einem leinenen Beutel unter einer gewöhnlichen Apothekerpresse zwischen zwei warmgemachten Platten starck pressen. Das ausgepreßte Oel war anfänglich trübe, es wurde aber bald nach Abwerfung eines Bodensatzes klar und Helle, und hatte eine blaßgelbe Farbe, viel blasser als das auf die gemeine Art verfertigte Leinöl, welches mehr goldgelb ist oder ins bräunliche fällt. Der Geschmack dieses -Oels war süß, angenehm und ohne aller beigemischten Bitterkeit, welche sich hingegen bei dem gemeinen Leinöl, auch wenn es ganz frisch ist, deutlich offenbaret, so wie dieses die Gegeneinanderhaltung bei- derley Oele vollkommen bewies. Der Geruch war auch schwächer, als bei dem gemeinen. Mit einem Worte, das aus dem beschriebener massen Präparaten Leinsamen abgesonderte -Oel war von dem gewöhnlichen Leinöl so sehr unterschieden/ baß es vielmehr einem süssen Mandelöl ziemlich nahe kam. C-
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