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Die Nutzbarkeit dieser Sache hat zu verschiednen Untersuchungen und Methoden, um zu solchem Endzweck zu gelangen, Anlaß gegeben. Es verdient unter selbigen vorzüglich dr.jenige angemerket zu werden, welche der ehemalige und insonderheit durch seine Schrift vom Torf berühmte Arzt zu Nimwegen, Herr D. Degner in den Alt. Phylico" Medico Mathemat. Wrarislav. an. 1725. p. 20S vorgesch lagen hat, dem Oele des LeinS und Rübsen den widrigen Geschmack und Geruch zu benehmen, und ihnen die Lieblichkeit des Baumöls oder süssen Mandelöls zu weae zu bringen. Seine Methode kauft kürzlich auf eine Digestion besagter Oele hinaus, die mit Wasser in einer bleiernen Pfanne angestellet wird. Es ist wahr, die Oele werden auf solche Art süsser als vorher, aber sie erlangen zu gleicher Zeit eine für die Gesundheit höchst gefährliche und schädliche Natur. Man erkennet solches gar leicht, wenn man den Ursprung dieser angenommenen Süssigkeit in Betrachtung ziehet. Der berühmte Berlinische ChY- mist Neumann hat in den Mifcellan. Societ. Reg BeroJ. T. IV. p. Z2I. durch verschiedne Versuche den Ursprung und die Entstehung derselben deutlich gewiesen. Es rühret nämlich diese Süssigkeit von den Blcitheil-. chen her, die das Oel aus dem bleiernen Gefässe, worinn die Digestion geschehen, ausgezogen und ausgelöset hat, so, daß es mit selbigen eine Art von Bleizucker hervorbringk; welcher, wie in der Arzneikunst zur Genüge bekannt ist, unter den Giften eine ansehiiliche Stelle emnimmt.
Mehrere Arten will ich vor diesmahl nicht anführen, indem keine noch zur Zeit den erwünschten Endzweck erreichet hat. Ich glaube auch überhaupt, daß dieser Endzweck fchwerlicher erreichet werden wird, wenn man mit den schon wircklich ausgepreßten Oelen Versuche anstellet, sondern daß es besser sey, wenn man diejenigen Saamen, welche ein Oel in sich enthalten, vor der Auspressung durch eine dienliche Einweichung oder Ma- eeration so zubereitet, daß sie nachher vermittelst der Auspressung ein besseres Oel liefern. Die Erfahrung lehret ersteres zur Gnüge; denn man wird finden, daß die meisten Materien (z E. saure Feuchtigkelten, alcali- sche ^a!ze, kalkartige Erpen, feine Tbonerden u. a. m.), wenn man mit ihnen die Oele bearbeitet, in selbigen eine grössere oder geringere Verdickung und Gerinnung verursachen, von dem Oel zu viel in sich nehmen, welches nicht leicht wieder zu scheiden ist, und übrigens den Geschmack und Geruch desselben wenig oder gar nicht verbessern.
Der zweite Weg scheint einen glücktichern Erfolg und grossem Nutzen zu versprechen, wenn man nämlich den ölhaltigen Samen vor der
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