tii Mestfche wZchemk'ch - Siimer'ttnStzr'se Anzeigers

zu dem Mtsinn zwischen Freunden zu seyn pflegt, um so leichter vermieden werden. Unsre Gespräche würden weit, abwechselnder seyn, und die natür­liche Lebhaftigkeit, und der ungekünstelte W-tz, der dem Frauenzimmer vor «ns Mannspersonen überhaupt zu reden eigen ist, würde unfern Gesellschaf­ten den einförmigen verdrießlichen Ton benehmen, den sie gemeiniglich ha­ben, weil nach den gewöhnlichen Höflichkeits- Bezeugungen ein jedes Ge­schlecht vermöge der gantz unterschiednen Gesprächen, welche geführt wer­den, eine eigne vorsich bestehende Gesellschaft auszumachen pflegt. Em wi­tziger Schertz und ein guter Einfall würde uns doppelt.vergnügen, wenn wir ihn aus einem schönen Mund hören würden: und wir können versichert seyn, daß Frauenzimmer, deren Geschmack durch Vorurtheile und Gewohn­heit noch nicht gantz verdorben ist, vielleicht die meiste Zeit lieber eine Mannsperson reden hören werden, alS ein Frauenzimmer, wenn sie sol­ches gleich bey unserm eingeführten steifen und gezwungnen Wesen, das noch immer eine tyrannische Herrschaft behauptet, nicht gestehen werden. Die unterschiedne Kenntnisse, welche beyde Geschlechter besitzen , und die Mannigfaltige und einem jeden Geschlecht eigne Wendungen in den Gedan­ken und Ausdrücken, würden demjenigen, der fein genug ist, den Werth solcher Dinge zu fühlen, nicht nur ein angenehmes Schauspiel darsieüen, sondern ihn auch selbst aufmuntern, diese anmuthsvolle Mannigfaltigkeit, so viel ihm möglich ist, zu vermehren. Denn es ist nichts verdrieslicher als das ewige Einerley, das selbst bey seinem grösten innern Werth zur Last wiM und eS ist ein blosses Vorunheil, wenn man glaubt, daß die Freundschaft zwey Gemüther erforderte, die in allen Stücken gleich gesinnet wären. New, by der Verschiedenheit, davon ich rede, kann das Allgemeine der Freundschaft, eine gewisse Zärtlichkeit gar wohl bestehen und die Freund­schaft erhält durch die übrige Abwechselung mehr Skärcke und Anmuth. Der Himmel könnte uns nicht ärger strafen, als wenn er allen Menschen Gesinnungen gcben wollte, die bis auf alle Kleinigkeiten übereinstimmig wären: ünd so wenig ich an dem Geist des Widerspruchs Vergnügen finde, §der selbst dazu geneigt bin; so wenig wünschte ich doch in einem solchen trä­gen und unthätigen Zustand zu leben. Unser Leben würde in einem Zir­kel von einigen Freunden und Freundinnen ein sanfter Vach seyn und der bey aller Langsamkeit, womit er sich durch angenehme Wiesen schlängelt, und bey einem jeden schönen Gegenstand, den er berührt, zu verweilen scheint, sich dennoch bewegt: dahingegen das Leben der meisten Menschen

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