und Nachrichten. m

zimmer mehr Freundschaft mit einander machen wollten. Manche Person ist oft in einem so engen Bezirk von Bekanntschaften eingeschloffen, daß sie unter den Personen ihres Geschlechts niemand findet, den sie ihrer Freundschaft würdigen könnte. Vielleicht findet sie dieses.bey dem andern Geschlecht. Aeufferliche Umstande und Verhältnisse nöthigen oft Männet gegen einander zurückhaltend uud auf der Hut zu seyn: und dieses würden sie bey einer Person deS schönen Geschlechts nicht nöthig haben. Denn die' abgedroschne Meynung, daß Frauenzimmer durchaus nicht schweigen kön­nen, und also zur Freundschaft ungeschickt seyen, ist wohl gar keiner Wi­derlegung werth, da sie die Erfahrung ost genug widerlegt hat, und inso­fern sie wahr ist, die Mannspersonen in gleichem Grade trist. Und über# dieß ist es auch nicht nöthig alle Geheimnisse auszuschwatzen. Denn es ist bekannt genug, daß in diesem Stück selbst gegen wahre Freunde eine ge­wisse Behutsamkeit zu beobachten ist. Und endlich kan eine gewisse Ver­traulichkeit statt finden, wenn dieselbige sich gleich nicht über alle Dinge ohne Ausnahme erstrecken sollte. Eben so wenig sind ost zwey Frauen­zimmer gegen einander so zärtlich gesinnt, daß sie eine dauerhafte Freund­schaft unterhalten können. Die Eitelkeit und die Eifersucht gegen einander, die durch die gewöhnliche fehlerhafte Erziehung sich oft über alle Kleinig­keiten , darinnen eine vor der andern einen Vorzug haben möchte, auS- breitet, wird selten zugeben, daß zwey Personen zu gleicher Zeit der Tu­gend in einem solchen hohen Grade nachleben, daß sie beständige Freundin­nen von einander seyn können. Sie werden es aber vielleicht werden, wen eine vernünftige und rechtschaffne Mannsperson darzwischen tritt, und durch ihre Hochachtung die er beyden bezeugt, sie unvermerckt angewühnt, über dergleichen Kleinigkeiten, die so oft ihre Ruhe stören, grosmüthig hinauS- zuschauen, und die rühmliche Eigenschaften, an denen sie oft weiter nichts aussetzen können, als daß sie eine Person ihres Geschlechts besitzt, nicht fer­ner mehr zu verkennen. , ,, „

Welch em vergnügtes Leben würde die menschliche Gesellschaft darbie# ten, wenn mehrere Personen unter einander Freunde würden! Man muß die grossen Annehmlichkeiten der Freundschaft nie geschmeckt haben, weil man nicht das Seinige zur Vermehrung dieses Vergnügens beytragen wollte. Und dieses würde in der That weit reitzender seyn, wenn Perso­nen von bcyderley Geschlecht deswegen näher zusammen treffen wollten. Da das Frauenzimmer gantz andre Neigungen und Beschäftigungen hak, als die Mannspersonen, so würde die Einförmigkeit, tvelche oft der Grund

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