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recht hatte. Was thut Nerme ? Anstatt mit feinem Gestandniß, das nicht aus dem Bewußtseyn eines Fehlers, sondern aus blosser Höflichkeit herrührt, zufrieden zu seyn, antwortet sie ihm in hohen und bitter» Ausdrücken, und verliehrt über das weitere Morakisiren, so gelosten und höflich er ihr auch darinnen nachgiebt, seine Hochachtung und Freundschaft.
In der That sind die meisten unsrer Gesellschaften so beschaffen, daß es einem höflichen Menschen sehr oft verdrieslich fallen muß, etwas artiges zu jagen. Der eine Theil bemerkt das feine gar nicht, der andre weis keinen Unterschied unter Spötterepen und wahren Höflichkeiten zu machen, und der dritte M(f ibn wohl gar für einen leeren Stutzer und Petit-Maitre, welches Pradicat ich mir besonders in meinen alten Tagenjganz gehorsamst verbitten wollte.
Gegen Leute von sehr vornehmen Stand sind Höflichkeiten, oder wenn man will , Complimenten mehrentheils eine Art von Unhöflichkeit. Diese haben nrcht lange Zeit unsre Umschweife anzuhören: man sage nach den gewöhnlichen Verbeugungen, seine Sache, um dmntwillen man gekommen ist, kurtz und gut und rüste sich zum Ausbruch, sobald die vor- nehme Person zu reden aufhört. Wird ein Stuhl für euch gestellt, und ihr zum Sitzen genöthigt, so thut es, sobald man euchs zum zweytenmahl sagt: es ist für euch ein Befehl, und es ist eine Grobheit nicht zu gehorchen. Wird einem Bedienten befohlen, etwas zu trincken herbeyzuhoken, so macht keine Entschuldigung, sondern feyd so bescheiden, und glaubt, daß es nicht um eurentwillen geholet werde. Müßt ihr mit speisen, sä nehmt den Platz, den man euch anweifft, ohne weitere Complimenten, ein, und bedenckt, daß an einem jeden Ort, an dem ihr sitzt, der unterste Platz sey. L. \
Ein Rärhfel-
Ich mahle alle Gegenstände der Natur, ohne daß ich Augen, Hände und gartan dazu nöthrg habe. Und dieses tkue ich viel getreuer-, als der künstlichste Mahler. Ich habe meine Nahrung von dem Licht, otm- geachtet ich selbst nichts sehe. Ich werde von allen Menschen gebraucht, gber ich gefalle nur denen, die schön sind, oder sichs zu seyn embiiden.
Dieses kleine Achsel aufzulösen/ darf man nur Augen haben.
P 3 Aka-i


