31 & Giesstfcht wöchentlich > gemeinttStzige Anzeigen
MaruS Höflichkeit zu gebrauchen heißt die Perlen vor die Schweine werfen. Man muß mit ihm auf gut bäuerisch umgehn, wenn er uns verstehen, Oder nicht zuwider werden soll. Leute die zu leben wissen, sind ihm eine Art von Brechpulver; Sein liebster Umgang ist mit Leuten von pöbelhaften und ungeschliffenen Sitten. Ich bitte euch, spart die Compkimenten wenn ihr etwas mit dem Marull zu thun habt. Auf ein grobes Holtz gehört ein grober Keil.
-Oront hat hohe Gedancken von seinen Verdiensten, und seiner Hertzhaftigkeit, ob er gleich in der That wenig Muth hat. Ihr fangt kaum an zu reden, so schnurrt und poltert er. Er will alle Leute in die Enge treiben. Antwortet ihm nur in dem nämlichen hohen Ton. Wenn er schreyt, so schreyt nur immer ärger. Zuletzt wird er nachgeben und sich um einen Finger wickeln lassen. Bleibt ihr aber gegen ihn in den Schrancken der Höflichkeit, so glaubt er, ihr fürchtet euch vor ihm: und er wird von einem Augenblick zu dem andern immer hochtrabender, gröber und unertrüg- Sicher.
Fatiö ist auf eine andre Art grob. Er meynk es gut, aber er verstehe die Sprache der Höflichkeit nicht. Er ist weit weniger als ihr: aber versucht es nur und sagt ihm zwcy höfliche Worte, so wird er den Rang vor euch nehmen, und glauben daß ihr ihm diesen Vorzug selbst eingcsteht. Wll er feinen Bestich endigen, so sagt ihm nur ganz kalrsmnig, daß es Noch früh sey. Den Augenblick wird er sich wieder niedersetzen, und euch noch ein paar Stunden weiter mit seinem einfältigen Geschwätz verderben. Ich rathe euch nicht, daß ihr bey seinem Abschied es bedauret, daß eure Küche schlecht bestellt sey, sonst ihr euch die Ehre ausgebeten haben würdet, ihn -um Abendessen zu behalten. Der gute Mann nimmt vorlreb: Er bleibt da, er glaubt noch darzu, daß er euch eine grosse Gefälligkeit erwiesen habe.
Lucinde ist nach dem gemeinen Schlendrian unsrer Frauenzimmer erzogen worden. Ein Stutzer kommt und sagt ihr Höflichkeiten: das gute Kind Versteht entMder gar nichts davon, oder nimmt seine Worte für lauter Ernst und Aufrichtigkeit an. Er aber geht fort in Gesellschaft seiner Freunde, und erzählt die Einfalt der Lucinde mit vielen Spöttereyen.
Serine ist ihrer Mcynung nach von einem jungen Herrn beleidigt worden. Derselbe gesteht seinen Fehler und thuk ihr Abbitte. Im Grunde hat er nicht gefehlt, aber aus Höflichkeit glaubt er daß seine Schuldigkeit yrMm, einem SwwWw Recht zu lassen, wenn sie auch gleich Un- r cht


