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lrmgen regieren muß, wenn fie vernünftig und von seeligett Fotzen fürW ser-n sollen - Auserdem hat die Versetzung in Vie Denkungsart des vermischten Haufens auch noch den Vortheil, daß man klug in der Wahl der Ausdrücke wird. Man nimmt sich sorgfältig in acht, kein Wort zu gebrauchen, das irgend einem Menschen unverständlich oder ekelhaft wäre. Man fragt sich so zu sagen bey jedem Worte, bey jedem Gedanken und Perioden: kommt auch dies mit der Denkungsart meiner Zuhörer übmin ?' Drucke ich vielleicht nur meine Empfindungen dadurch aus und kann es mir. Mein Zuhörer auch nach empfinden? Ist der Ausdruck auch der Cache angemessen > ist er edel oder ist er niedrig und pöbelhaft? Ist er voll Nachdruck < und voll Bedeutung oder ist es nur ein leeres, ein gedankenloses und schwülstiges Geschwätz? Es wäre zu wünschen, daß man sich diese und dergleichen Fragen immer vorher, ehe man die Kanzel betritt , vorhielte. Es wäre zu wünschen, daß alle schwülstige und metaphorische Köpfe, die so gern in Figuren reden, welche weder sie noch sonst jemand versteht, daß alle Liebhaber übertriebener Redensarten, weit hergehohlter und mühsam get suchter-Beywörter und daß alle Freunde einer allzu pocsirenden Beredsamkeit diese Fragen wohl zu Herzen nehmen möchten.
Der letzte Fehler, dessen ich gegenwärtig zu gedenken willens bin, ist der falsche Wirz, der fast allenthalben herrscht, und vermöge dessen man sich Mühe giebt, angen hm und schön zu reden, und in der That zu der nämlichen Zeit schlecht unschicklich und ungereimt redet. Dieser falsche Wirz zeigt sich bald in den Gedanken der Rede, bald in der Ordnung derselben, hauptsächlich aber in den Ausdrücken. Er fällt bald m das Gezwungne, bald in das Pöbelhafte, bald in das Kindische und Tändelnde, bald gar in das Poßirliche. Der eine hat die Gewohnheit, alle seine Eingänge über die Evangelien arkS der jedesmaligen Epistel, oder, wenn eine Leichen «oder Hochzeit-Predigt in der Woche vorfällt, seine Texte auS dem vorhergegangenen sonntäglichen Evangelium oder Epistel herznneh- men, es mag sich schicken oder nicht. - Man kann sich leicht vorstellen, was für Drehungen und Sprünge dabey gemacht werden müssen, biß mau auf den Hauptsatz kommt. Einfältigen Zuhörern kann dieses vielleicht gefallen , ja, sie verwundern sich vielleicht über den mächtigen Verstand ihre- Predigers, dem eS möglich gewesen ist, Sachen zusammen zu paaren, bey welchen man nicht die geringste Aehnlichkeit hat wahrnehmen können. Vernünftigen Leuten aber, die allemal eine genaue Richtigkeit der Gedanken verlangen , ist dieses sehr zuwider. Und da noch tausend Wege offen stehen,
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