iSo Giesifchs wZchemlich- ^ememnützige Attzergeft
-u weit schicklichem Eingängen oder Texten zu gelangen, so bindet sich ein Prediger durch eine solche unnatürliche Methode nur selbst. Em andrer wiederholt dasjenige, waS er in der vorigen Predigt gehabt noch einmal in dem Eingänge, ohne zu bedenken, daß schon damals dem Zuhörer die Zeit darüber lange geworden ist. Ein dritter bildet alle seine Vorstellungen aus den Worten des Eingangs und ein vierter ist noch künstlicher: er macht den Hauptsatz auS dem ersten und die Abtheilung aus dem andern Eingang. Einem andern gefallen keine -Hauptsätze, wenn sie nicht verblümet ausge- druckt sind und anstatt dasjenige, was in der ganzen Predigt am verständlichsten seyn sollte, mit klaren und deutlichen Worten zu sagen, so hüllter <6 in undurchsichtliche Wolken ein, Jener hat gehört, daß eine Predige biblisch seyn müsse; und nun führt er Sprüche über Sprüche aus der Bibel an und ist furchtsam, sich eines Ausdrucks zu bedienen, der nicht in der Schrifft vorkommt. Das ist sein geringster Kummer, ob auch die Ausdrücke, die er aus der Schrift wählt, jedermann deutlich und verständlich, unter uns gewöhnlich und gebräuchlich oder veraltet sind. Er meint wunder, wie schön und prächtig eine Rede durch verblümte Redensarten würde, sie möchten übrigens am rechten oder unrechten Ort angebracht werden. Da§ Erklären der verblümten Ausdrücke ist auch seine Sache nicht, und manchmal schenckt man es ihm auch gern, weil er nur dadurch weitschweifig werden und vielleicht auch eine sehr unnatürliche Erklärung da- von liefern würde. Wenn ihr nicht gewis wißt, daß die Schriftstelle in eure Rede paßt und aus dem vorhergehenden oder nachfolgenden deutlich wird; so laßt sie weg. Ihr fönnt die gute Wirkung davon nicht erwarten, die sie alsdann nur verursacht, wenn sie so in den Zusammenhang eurer Rede eingeflochten wird, daß jedermann glaubt, sie hätte nothwendig folgen müssen. Und überhaupt bedenket oft§ daß es eben nicht so gar leicht sey, in biblischen Ausdrücken immer faßlich und erbaulich zu predigen. - Dieser hat ein paar gute Schriften gelesen, und nun bildet er sich ein, die Beredsamkeit bestehe blos in vorzüglich glänzenden Redensarten. Er fängt an zu excerpiren, macht sich eine Sammlung von schönen und erhabene» Ausdrücken und flickt sie allenthalben in seine Predigten ein. Weil aber das folgende imitier sehr viel schwächer und dunkler ist; so merkt j.dcr Vernünftiger nur allzu bald den Diebstahl. Durch das allzu sichtbare Steigen und fallen in Der Rede beleidigt er Den Zuhörer, Der Den ZMopfiocFunD den rTteumeisstcr abwechselnd in einer Predigt reden hört und Riesen und Zwergs neben einander gestellt zu sehen glaubt. - Ein andrer sucht sein bis
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