Ausgabe 
8.12.1767
 
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Allein, werden vielleicht das gnädige Fräulein sagen , wenn i( ich nun sähe,, daß mein Correfpondent das beste Herz und, die schönsten und edelsten Gesinnungen hätte: so könnte mich dieses ja leichte in dier Versuchung führen, für ihn mehr als blose Freundschaft zu enwstnden.,, Nun, wenn dieses auch geschehen sollte, gnädiges Fraulein; wäre denn das ein so groses Verbrechen? Ganz gewis, es gereicht keinem Frauenzimmer: zur Schande, wenn es einen Jüngling hochschätzt und liebt, der feiner Hochachtung und Liebe nicht unwürdig ist. Sie lächeln ? Aber lächeln Sie nm immer. Ich bin Ihnen gut dafür, daß. Ihre gnädige Frau Mama deswegen nie über Sie zürnen werden.

Ich bin mit der vollkommensten Hochachtung

Meines gnädigen Fräuleins

untertäniger Diener

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IVlcinc Herren !

Die Anmerckung, welche ein Correspondent von Denenselben iitr 46ten Stück ihrer wöchentlichen Anzeigen über den Anschlag derer Gebäu­den , bey der in Vorschlag gebrachten Brand Gewährleistungs Gesellschaft,. gemacht hat, ist vollkommen gegründet.

Die Absicht des kurzen Entwurfs, welchem Sie,'Meine Herren eine Stelle in Ihren Blättern verstattet, war nicht, etwas ausgearbeitetes zu liefern, sondern Männern von tiefferer Einsicht und längerer Erfahrung- solchen zur Beurtheilung und Verbesserung vorzulegen, oder selbigen da­durch Gelegenheit an die Hand zu geben, uns, um des gemeinen besten willen, einen besseren und bequemeren Vorschlag thun.

Es ist ganz richtig, daß der Wehrt eines Hauses auf zwey Seiten betrachtet werden könne.

Einmal in Rücksicht auf die Kosten der Erbauung, und das andere mal in Erwegung des Nuzens, der Bequemlichkeit,' und Ergötzlichkeit wegen seiner Lage.

Ein Haus kann seiner bequemen und angenehmen Lage nach weit mehr wehrt feyn , oder theurer bezahlt werden, als es zu erbauen gekostet; Da im Gegentheil in der unbequemen unangenehmen Lage der Grund zu suchen ist, warum ein Gebäude offt nur halb so hoch wieder ange.

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