Ausgabe 
3.11.1767
 
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3$° Meflsche wschmrlich- gememnütztze Attzetze»

zwecke vorjuschlagen. Denn beynahe ein jeder Schuster oder Schneider nimmt sich Vie Freiheit heraus, das Glück der Staaten nach seinem eignen 2Dllen zu lenkm, der Macht der Könige Gesetze vorzuschreiben und die rvohlstudierten Entwürfe der Feldherrn zu ändern oder zu verbessern. Wenn aber unsre Gesellschaften aus lauter vernünftigen und einsichtsvollen Leuten destunden; ^könnten dre Zeitungen manchmal allerdings den schönsten und nützlichsten Stoff zu Gesprächen darbieten. Sie könnten Gelegenheiten gnug an die Hand geben, uns von den wahren Vortheilen eines Staats, von der Einrichtung, den guten oder schlechten Anstalten und Verfassun­gen desselben, von den wichtigsten Veränderungen, die darin vorgegangen sind, von den grosen und berühmten Leuten, die darin leben und gelebt ha- ben, und von vielen andern solchen Dingen zu unterreden. Sie könnten eure Gespräche ebenfals auf die Sitten und Gebräuche eines Volks, auf beruhmtt Städte, aufdie Merkwürdigkeiten derselben und dergleichen, auf fchone Bucher, auf Reisebeschreibungen, aus denselben , auf Historien, bucher, auf den Werth und Nutzen derselben und dergleichen Dinge mehr lenken. Sollte man mit diesen Dingen nicht die ungelehrtesten Leute auf eme recht angenehme und lehrreich« Weise unterhalten können?

. komme jetzt immer den angenehmeren Materien zu gesellschastli- chen Unterredungen naher. Ich hielte es für eine nützliche Beschäftigung, wenn sich meine Landsleute bemüheten, die schönen Wissenschaften täglich mehr kennen zu lernen und wenn sie mehr Zeit auf das Lesen solcher Bü­cher verwendeten, die das Herz und den Verstand bessern können. Diese könnten ihnen den reichsten Stoff zu Gesprächen darreichen, die gewiß nur s^wemge Leute ungern hören. Ich weis nicht, was ich von einem Men­schen denken ipll , btt alsdann Langeweile hat, wenn von einer vortreflichm «W, von einem schönen und empfindungsvoüen Gedichte ,' von einer wohlgerathnen oder Comödie, von schönen Gemälden und Kup- ferstichen, von der Musik, von den Sprachen, von der Vollkommenheit oder Unvollkommenheit derselben, von den Vorzügen einer Sprache vor der audern und dergleichen gesprochen wird. Doch wie gesagt, es aiebt fehl* begleichen Unterredungen ganz ohne Empfin- AfrftfVU'k6! Die schönen Wissenschaften können also einen sehr ^nTheil von den Gesprächen in euren Gesellschaften abgeben.

em Gedicht, über eine Rede, über ein Trauerspiel rc ^"nt von den Meisterstücken in diesen Künsten reden/

Wnne von neuen Buchern und überhnupt von. schönen und witzigen Schrif­

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