und Nachrichten. 67
n wahrhaftig Mitleids« und Beistand, und ich war fest entschlossen, ihn n aus seinem Elend zu reissen, - - wann nicht ein gewisser Vorfall - - So sehr mich hier bey dieser Entblösung des menschlichen Herzens schauderte - - so vielmehr erstaunte ich, nach der Zeit von einem Freund zu hören, daß der Mann mit dem harten Herzen noch immer sein Wort hielt.
„ Der Unglückliche! rief einer aus, als ein gewisser Mann die Gesell- „ schäft verlies. Er ist ein würdiger Gegenstand des Mikleidens! und V jo oft ich ihn sehe, jammert er mich - inzwischen sähe ich doch lieber, er „ besuchte mich nicht so oft als er thut, wenigstens so lange er mit dem h Cleant nicht einig lebt. — Cleant hat bekantlich Gewalt und er kön- „ te es mir wohl entgelten lassen. „ Wie sehr jammerte mich hier der schwache, der sich auf Menschengunst lehnende Mensch!
Wie viele andere Auftritte dieser Art könte ich Ihnen noch vorlegen um meinen Satz zu beweisen, daß wahres Mitleiden eine noch sehr rare Tugend fey, wenigstens in unfern Gegenden. Nehmen Sie nur Hochgeehrteste Herrn Verfasser, das so oft ganz verschiedene Betragen gegen Personen die das Glück und der Wohlstand uns noch vor wenigen Wochen empfohlen , jetzt aber in ihren Glucks-Umstanden einige Veränderung leiden. - Wie fremd, wie kalt wird hier selbst dem Verdienstvollen Mann begegnet - und wie manchen kommt er nun schon zu oft, die ihn sonst mit osnen Armen aufnahmen! mit welcher Erniedrigung schlägt man den schüchternen Unglücklichen noch mehr nieder - und wie gerne fliehet dieser wieder zu seiner Elnöde, wo ihn der Gedanke über alle Welten erhebt daß ihn der größte Beherrscher nicht verschmähet.
Hier haben Sie Hochgeehrteste Herrn nun die kleinen Anmerkungen welche meine Jugend über einige Fehler der Menschen gemacht, - finden Sie selbige nicht ganz unmercklich, so verspreche ich mir von ihrer Einsicht „ eine vollkommene moralische Abhandlung von dem würdigen Betragen oder dm Pflichten der wahren Menschenliebe gegen Unglückliche. „
Ich darf Ihnen nicht erst sagen wie sehr Sie sich dadurch der Welt und unfern Gegenden verbinden, und mit wie vielen Seegen die Anpreisung einer Tugend verknüpft ist, die so wohl der Würde des Menschen so anpaffend als gewiß sie mncheThräne verhindern kann, drein der Stille
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