Ausgabe 
3.2.1767
 
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nach denselbigen der Weisheit und Vorsorge des Himmels unterwirfst; und dieses zu^deinem Tröste und zu deiner Beruhigung in den bangen und dunklen Stunden der Widerwärtigkeiten dieses Lebens gebrauchst; fi) bist du vor allen Vorwürfen des Undanks gegen G-Ott gesichert: Wenn du dir aber Luftschlösser erbauest, das ist: wenn du dir Güter wünschest, die entweder nur deiner Einbildung nach zu der Klasse wah- ff reu Güter gehören; oder die für dich keine Güter sind, indem sie deine Kräfte weit übersteigen, oder weit größre und dir nörhigere Vorzüge verdrängen, wenn du deine Begierde nach erträumten Gütern so sehr ff übertreibst, daß du dein Herz gegen das Vergnügen, das du aus der- ff nein Zustande schöpfen kannst, sühllos machst und betäubest; so verdienst ft du das Gelächter der Vernünftigen, so verdienst du allen den Verdruß, alle die Quaal, die du dir, sinnreich zu deinem Schaden, selbst ver- ff ursachst.

Y)Ott dem Schweigen in GcstUjchafcen.

Kein Geschöpf ist in Gesellschaften unerträglicher als die ewigen Schwä­tzer, welche theiis aus Stolz, und theils aus Glichen Begriffen, die sie sich von Liner guten Lebensart gemacht haben, in einem soi t plaudern. Diejenige wel­che immer und zur Unzeit schweigen, begehui aber auch einen großen Fehler, und ob sie sich gleich nicht so verhaßt machen als jene; so sind sie doch auch in ihrer Art unausstehlich, weil sie ganz und gar nichts zu dem Vergnü* gen, und zu dem eigentlich^ Endzweck der Zusammenkünften beytragen.

Unverstand, Blödigkeit, Ueberkiugheit, Stoltz und ein boshaftes Hertz sind die gewöhnlichste Ursachen, welche bald diesen bald jenen, einen jeden in seiner Art, und auf eine unterschiedne Weise bewegen, ein ver­drießliches Stillschweigen in Gesellschaften anzunebmen.

Es zeigt Einfalt, Unverstand und Unwissenheit an, wenn man' gar nichts zu reden weis. Man kann von einem Frauenzimmer mit recht verlangen, daß sie! von bäußlichen Geschäften, und an­dern dem Frauenzimmer anständigen Beschäftigungen und Künsten mit# sprechen könne: Eben so wie man es von einem Gelehrten fordern kann, daß er nicht nur in seiner Hauptwiffenschaft, welche er stu- dirt zu haben vorgiebt, sondern nud) in allen andern damit verwandten Stücken, insonderheit aber in Sachen, welche jederman zu wissen pflegt nicht unerfahren sey, Mas soll ich von dem Lupin dencken, der nachdem

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