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glaubst, beantworte mir doch erst diese Fragen, ehe du dich unterstehest, Die Regierung Gottes Zu tadeln: Kannst du mit Recht mehr fordern, als du bekommen hast? Ist das, was du dir wünschest, Zu deinem wahren Wohl unentbehrlich und sind diejenige die du wegen ihres Reichthums, ihrer Ehre und ihres Ansehens beneidest, auch wirklich glücklicher, als du? Kannst du GOtt Befehle vorschreiben, daß er so und nicht anders mit dir verfahren soll? Hat er etwa nicht Macht, mit dem seinigen zu thun, was er will? Bist du nicht in den unbequemen Zustand, worüber du klagst, Durch deine eigne'Schuld, durch Thorheiten, durch Müssiggang oder andre Laster gerathen? Du willst vielleicht erndten, und hast nicht geM? Und welches ist, überhaupt davon zu reden, weiser und vernünftiger: ob Du dir durch unnütze Klagen über einige Ungemächlichkeiten dein Leben zur Quelle einer immer währenden Unzufriedenheit machst, und die Vorsicht, die in ihre Regierung Absichten gewebt hak, die dem kurzsichtigen Auge Des Menschen unsichtbar sind, deswegen schiltst, weil sie dich in Purpur und Reichthum verabsäumt; oder, ob du die Güter und Vorzüge, die du wirklich erhalten hast, als Mittel zu deiner Ruhe und Glückieeligkeit gebrauchst und mit allen Schickungen desjenigen, der mit einem Blicke Die ganze Schöpfung übersieht, ohne Ausnahme zufrieden bist? - -O laß hoch die ewige Weisheit walten und lerne mit ihrer Regierung zufrieden seyn Sie, sie weis am besten, welche Umstände für dich oder für das Ganze die vortheilhastesten sind , und welche Rolle du nm geschicktesten wü’kn kannst. Traue deinem blöden Geiste nicht, wenn ci dich zu Klagen verleiten will und nimm ihn unter die Herrschaft des Glaubens gefangen , desjenigen Glaubens, der sich auf Die Güte und Weisheit des Allmächtigen'verlaßt. Vemtheile die Güter , über deren Mangel du klagst, nicht blos nach dem Werkhe, den sie auf dieser W^lt haben, sondern auch nach ihrem Wmhe in der Ewigkeit. Ohne deö angebohrne Verlangen nach einer immer g roser en irrdischen Glückieeligkeit ganz zu unterdrücken, strebe vornehmlich nach den Gütern, die ewig dauern und die ihre Gültigkeit auch jenseits des Grabes nicht verlieren. Strebe nach Tugend und Wahrheit und laß den Besitz derselben stets der Lieblings- Wunsch deines Herzens feyn. Denn „ wenn du dir Güter wünschest, ,, hat Grrcro in seinen angesührten lehrreichen ErfahrunFcn „ die dir die
. Güte demes Schöpfers verheissen hat, uNd zu deren Genuß du dich Tu- „ gend, Wahrheit und Religion vorbereiten lässest; so handelst du weder , ausschweifend noch lächerlich; wenn du dein Verlangen, deine Begierde


