Ausgabe 
3.2.1767
 
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und Nachrichten.

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jener Dichter sagt: Der Ehre Heilrgthum liegt voll falscher r^leye. - Lleon klagt über sein geringes Vermögen. In der Hofnung, seinem Mangel abzuhelfen, legt er in die Lotterie- Er wünscht nichts so sehr, als das vornehmste Loos zu gewinnen und ein Herr von vielen tau­send Gulden ru werden. - Cleon.' übereile dich nicht. Es ist vielleicht die größte Wohlthat Gottes, daß er dich diese Summen nicht gewinnen läßt. Das Geld giebt uns Gelegenh.iten zu Ausschweifungen, es macht viel Sorgen und Gedanken. Denn um den GOtt der Schätze schwärmen Sorgen rund herum. - Ja, sagst du, ich würde dieses Geld gewis zu den allerbesten Endzwecken verwenden. Ich würde den Armen viel Gutes erzeigen. Ich würde sie speisen, tranken und kleiden - Das wäre fmlich deine Pflicht. Aber würdest du diese Pflicht auch wirklich in Ausübung bringen ? Die Menschen lasten ihre Vorsätze sehr oft unausgeführt. Doch gesetzt, du erquicktest manchen Armen durch dieses Geld und stiftetest allenthalben Gutes damit, würden denn auch deine Kinder einen eben so schönen Gebrauch davon machen? Dein ältester Junge ist zu Auöschwei- 1 hinge» geneigt, deme älteste Tochter zum Stolz, und wer weis, welche wvrlchte Neigungen noch in deinen übrigen Kindern unentwickelt liegen.

ist höchst wahrscheinlich, daß sie die Reichthümer, die du gewinnen willlt, zu Üppigkeiten, zur Befriedigung ihres Hochmuths, zu andern rastern, und mithin zu ihrem zeitlichen und ewigen Unglück verwenden. Wunsche Dir, o Llcon, keine grose Reichthümer, wenn die weise Vor-

L "lt Whenden Augen durch die Zukunft schaut, dir dieselben versagt hat eie machen uns (und das kann dich die tägliche Erfahrung lehren ) wahrhaftig nicht immer glücklich. Suche lieber die Zufriedenheit mit dem wenigen, was Du hast. Diese nur allein kann dich glücklich ma­chen; und sie wird dir nicht fehlen, wenn du dich nur willst 'üb-Zuaen lassen, daß der Mensch nicht blos um reich zu seyn, geschaffen ist, und oaß ein Gott, em allwissender, gerechter und unendlich gütiger GOtt die Welt regiert und alle unsre Schicksale lenkt. Suche dich täglich mehr von dieser grosen Wahrheit zu überzeugen; so wirst du in jedem Stand und m jedem Alter glücklich und zufrieden leben.

»w ^Die Klagen der Menschen sind aber auch nicht selten eine Lästerung Gottes. Denn sie geben nur allzu oft dadurch zu verste- seiner Haushaltung sehr unzufrieden sind. Der Hoch- meint Wunder, wie ungerecht GOtt gegen ihn verführe, lnss ^r, tllcht eben so reich, eben so angesehen und geehrt werden lasse, als andre neben ihm sind. Aber du hochmüthiger, der Du dieses

E * glaubst,