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Die Welt ist sine Art von bunter Reihe. Die meisten sitzen an solchen Platzen, wohin sie das Loos geführet. Wenn ein jeder den Ort einnehmen sollte, der ihm gehört, so würde mancher, der besichlt, gehorchen, mancher Prediger ein Jäger, mancher Schulmann ein Holtzhacker, «in Officicr oft ein Tanzmeister, ein Philosoph oft ein Marckschreter, em Gärtner ein Schriftsteller, ein Zigeuner ein Kaufmann, ein Schreiber em Gesandter und meine Doris nothwendig eine Prinzessin seyn müssen?
Ihr junge Herren irret euch, wenn ihr durch Bücher und durch den Umgang zu Verstand kommen wollt. Ihr könnts viel gemächlicher ha? den: geht in die Kaufmannsläden, zu dem Schneider und Peruquenma- cher. Was braucht^ mehr als einen wohl frisirten Kopf, ein reich besetztes Kleid, seidne Strümpfe und ein paar corduanene Schuhe? Witz gnug! 1 - .
Sind dieses wahre Freunde, welche unfern Umgang deswegen suchen, damit sie jemand haben, dem sie ihre unerhebliche Geschäfte erzählen, von ihren Vergnügungen, Streichen, oder Verdiensten Nachricht ertheilen, oder bei) dem sie sich die Langeweile und diejenige Stunden, welche sie anderst wo nicht zubrmgen können, vertreiben dürfen? Es giebt Leute, welche ihre Freunde ungefähr so ansehen, wie den sogenannten Sguise in dem Taroc>Spiel, aus dem man machen kan, was man will.
Hütet euch für solchen, deren ganzen Zorn man auf sich laden kann, wenn man sie, nach dem bekannten Svruchwort, bis nach Rom getragen hat, und aus Versehen einmal unsanft niedersetzt. Mit Leuten von dieser Gattung ist es unmöglich, eine dauerhafte Freundschaft zu unterhalten. Es ist nichts leichter, als einen kleinen Fehler in der Freundschaft zu begehen; allein es ist auch nichts unbilliger, als denselben so gleich sehr übel zu nehmen.
Mädchen, deren Jahre so nab an das Alter gränzen, als die Dämmerung an die Nacht, haben nicht lange Zeit mehr, stolz zu seyn. Wenn sie reich, schön und achtzehn Jahr alt sind, so kan man ihnen et*
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