Mrb Nächrichtett. nJ
eher Besuche abstatten, als bis wir unsre Geschäfte bem'chtet haben oder uns dadurch aufgelegter zur bessern Verrichtung derselben machen wollen,) so wähle man sich einen oder mehrere gute und rechtschafne Freunde, die man besuchen kann, wenn man will, und die man nie durch seine Besuche, belästigt, mit denen man ohne den geringsten Zwang und ohne die mindeste Zurückhaltung reden kann, was man will, deren Besuch von allen Vorwürfen der Uippigkeit und Verschwendung ftey ist, und die eben so gross Liebhaber der Mäsigkeit, der -Ordnung und der Tugend sind, als man selbst ist; der Besuch solcher Leute wird immer ein wahrer Balsam für unfern Verstand und. unser Herz seyn, und die Stünden, die wir mit ihnen zubringen, werden .nie ohne Nutzen und wahres Vergnügen vorbei)
Musick wäre auch ein vortrefliches Mittel, sich auf eine unschul-. dige Art zu vergnügen; wenn sie nur unter uns allgemeiner wäre. Sie wird nicht allein von der Vernunft, sondern auch von der Religion gebilligt, und ich halte cs für ein Kennzeichen von einem empfindungslosen Herzen, wenn jemand bey einem schönen Concert misvergnügt bleibt, oder . denjenigen für eitel ansehen wollte, der eine harmonische Musick gerne hört. Doch das Alter der Musick rechtfertigt meine Meinung schon 10 sehr, daß ich nichts mehr zu ihrem Lobe zu sagen nöthig habe. Aber darf ein Christ auch tanzen ? Diese Frage ist etwas wichtiger, weil das Tanzen eine der gewöhnlichsten Vergnügungen der Menschen ist. Es ist nicht zu leugnen, daß es verschiedene Fälle giebt,. wo der Christ mit gutem Gewissen nicht -tanzen kann. Vor allen Dingen muß er auf die Gesellschaft und auf die Zeit und Umstände sehen. Auf die Gesellschaft: es schickt sich nicht für ei- nen Christen, besonders für ein Frauenzimmer, das tugendhaft seyn will, in der Gesellschaft solcher Personen zu tanzen, deren Gesinnungen man nicht kennt, die blos aus Uippigkeit und Wollust tanzen, und sich wohl aar verkleiden, um die Liebe zu diesen Lastern desto ungescheuter befriedigest m können. Und wer weiß nicht, wie viele Ausschweifungen manchmal bey den öffentlichen Tänzen vorgehen ? Auf die Zeit und Umstände: Em Christ darf nicht mehr um Nachmitternacht tanzen. Dies ist wider alle Absichten und Endzwecke des Tanzes. Unsre Gesundheit, unser Vergnügen und unser Beruf leidet Noth dabey. Er darf, auf keinen Tag tanzen, den die Religion und die Kirche geheiligt und zu einer besondern Feyer verordnet hat; mithin auf keinen Sonntag, nicht in der Fastenzeit rc. - Ja , sagt man, ein Tag ist so gut, als der andre, und meistentheils hat man auf andre Täge


