rzr Giesische wZchemltch- gemeinnützige Anz«tze»i
zur Erfrischung dienen und uns zur bessern Abwartung unsrer Geschäfte aufgelegter machen sollen, sind sehr verführerisch. Sie können uns gar leicht von dem Pfade der Tugend ableiten. Dies hat viele Sittenlehrer bewogen, sie ganz zu verbieten und sie unter die unerlaubten und wilden Vergnügungen zu rechnen, unter welche z. E- derGeiz, die Wollust, die Aache, der Hochmuth rc. gerechnet wird. Allein dieses Verbott kommt uns ein wenig zu strenge vor. Sie scheinen uns in gewissem Betracht ganz unr schädlich und unschuldig zu seyn, wenn man sie ng.ml.ich so brauchet, wie eine Arzney, die uns tödtet, wenn wir zu viel davon nehmen, die uns aber heilsam und gesund ist, wenn nm sie mäsig gebrauchen. Wir wollen so viel es hier möglich ist, die Grenzen bestimmen, wie weit ein Christ in den unter uns üblichen Vergnügungen mit gutem Gewissen gehen könnet
Unter die gewöhnlichen Vergnügungen, wodurch wir uns nach unfern Geschäften zu erhöhten pflegen, gehören die Besuche. Es ist wahr., diese können ein unvergleichliches Mittel seyn, uns zu vergnügen, unsre Lebensgeister wieder zu erfrischen und uns zur Erfüllung unsrer Pflichten geschickter zu machen. Allein wenn ehe gewähren uns denn die Besuche diese grosen Vortheile? Sie gewähren sie uns nur alsdenn, wenn sie guten Freunden gedwimet werden, bey denen wir ohne Zwang thun und reden können, was wir wollen, wo wir nicht, jedes Wort auf die Wage legen oder ganze Stunden mit Complimenten zubringen müssen und wo wir nicht genöthigt werden, uns halb tod zu saufen oder zu fressen. Nur solchen freundschaft- jichen Besuchen sind diese Vortheile aufbehalten. Sollte also ein Christ nicht fernen guten Freund besuchen dürfen? Sollte er sich mit ihm nicht von angenehmen und vergnügenden Gegenständen unterhalten, sollte, er nicht mit ihm scherzen und munter seyn dürfen? Wer wird ihm dieses verbieten wollen? Allein es schickt sich freylich für keinen Christen, solche Gesellschaften zu besuchen, wo die Religion für Aberglauben und die Tugend für ein bloses Vorurtheil gehalten wird, wo man Vernunft und Gesundheitversäust oder die Ehre seines Nebenmenschen zu verkleinern sucht, und was dergleichen Tborheiten mehr sind, wodurch man sich manchmal in Gesellschaften zu belustigen sucht. - Doch ein Mensch, der nur einen Funken von Vernunft und Christenthum in seiner Brust spürt, wird solche ausschweifende und thörichre Vergnügungen, immer für unerlaubt und verabscheuungswürdig halten, und einem wahren Christen wird eö leicht seyn, dieseverdamm- liche Art von Ergötzlichkeiten zu entbehren. Wenn man sich also durch Besuche von seinen Arbeiten erhohlen will (denn eigentlich dürfen wir nicht eher


