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es auch eine unstreitige Wahrheit seyn, daß die Religion der Christen keine menschliche Erfindung, sondern ein Werk Gottes fei), vollendet durch JE- fum Christum. Es muß eine unstreitige Wahrheit seyn, daß diese Reli­gion niemals von allen Pforten der Hölle wird überwältigt werden können, wie sich denn auch die Feinde derselben schon seit so vielen Jahrhunderten vergebens bemühet haben, die Wahrheit und Göttlichkeit derselben verdäch­tig zu machen. Ihre Wahrheit wird feste und unbeweglich stehen, und wenn sich auch ganze Königreiche und ganze Welttheile aufmachen sollten, sie umzustürtzen.

Ne pietas fit vilta cupidine ventris

Onid. is, Metamorph,

Wir haben Gestern noch folgenden Brief erhalten, dessen Jnnhalt zu merkwürdig ist, als daß wir ihn unfern Lesern verhehlen sollten.

Meine Herrn! '

Da Sie sich vorgenommen haben, die Vorurtheile ihrer LandsLeute zu bestreiten und sie zur klugen und vernünftigen Einrichtung aller ihrer Handlungen zurück zu führen; so hoffe ich Vergebung von Ihnen, wenn ich Ihnen zuweilen durch meine Beobachtungen die Ausführung dieses Vor­satzes erleichtern helfe. Ich habe nicht allein in diesem, sondern auch in ei­nigen vorhergehenden Jahren verschiedene Vorurtheile wahrgenommen, die unsre Mitbürger in Ansehung des Fastens ausern. Ich habe am verwiche- nen Sonntage, als unserm allgemeinen Buß - Fast - und Bet-Tag, Leute gesehen, die sich das Fasten so sehr zur Pflicht machten, daß sie lieber krank geworden waren, als etwas gegessen oder getrunken hatten, und ich kann Ihnen nicht sagen, wie hart sie alle ihre Speiß- Schränke verschlossen und wie sicher sie die Schlüssel dazu verwahret hatten. Kein Kind, kein Knecht keine Magd, durfte sich den Lieblings Gedanken an das Essen und Trin­ken vor Nacht einfallen lassen, die vielleicht dem Prediger weit aufmerksa­mer zugehört hätten wenn sie vorher einige heilende Mittel wider Durst und Hunger eingenommen hatten. Ich erinnere mich, daß vor einem Jahr, die Magd meines Nachbars gegen ein Uhr Nachmittags in Ohnmacht sank, weil ihr Magen um diese Zeit allzusehr an die Einquartirungen der Lebensmittel gewöhnt war, und ihr Herr war so streng in seinem Fasten, daß er ihr, ihrer Ohnmacht ungeachtet, nichts weiter zu sich zu nehmen

M; erlaub-