, srrö Nachrichten. ' 41 r
Ich glaube aber, man thuk am besten, wenn man sich den Mer so Wichts- gen Sache an die Klagen und Halsstarrigkeit eines unverständigen Pöbels, der seine Absichten nur auf das zeitliche richtet, gar nicht kehret und wenn man als rechtschasne Seelsorger, Vie am besten wissen müssen , was zum Frieden ihrer Gemeinde dienet, gerade mit dem Werke selbst zufährt und M'cht erst die Genehmhaitung derjenigen abwartet, die um ihrer Seelen Heil eine Ausgabe von einigen Kreuzer scheuen. Nur die einzige Frage scheint noch einige Bedenklichkeiten zu haben: woher bekommen dann die Armen, die aus Mangel des Vermögens eine solche, obgleich geringe, Ausgabe nicht bestreiten können,und die doch eben so gut als die Reichen, Theil an
* dem öffentlichen Gottesdienste haben müssen, woher bekommen denn diese die neuen Gesangbücher? Diese Frage scheint dem ersten Anblicke nach ein wenig bedenklich. Allein ihre Schwierigkeiten fallen weg, wenn ich bedenke, daß es unter meinen wohlhabenden Mitbürgern noch freygebige und gutherzige Christen genug giebt, die sich glücklich schätzen wmden, einem dürftigen Armen statt einer andern Allmose ein Gesangbuch zu schenken. Ich kenne jemanden, der sich nebst einigen seiner Freunde mit dem willigsten Herzen verbindlich machen würde, eine gute Anzahl Armen mit dergleichen Bücher zu versorgen. Und ich glaube nicht, daß diese ohsteNach- solger bleiben würden.
Die andre Schwierigkeit, die nämlich auf Seiten derer statt finden könnte, die ein solches Gesangbuch verfertigen sollten, ist in meinen Augen ganz unerheblich. Ich will es nicht leugnen, daß- diese Schwierigkeit un- überwündlich seyn würde, wenn wir genöthiget wären die Verfasser eines neuen Gesangbuchs das in allen Stücken das alte Gesangbuch überträfe, aus unfern eignen Mitteln zu wählen. Wenn wir dieses thun müßten; so würden wir freilich sehr wenig dabey gewinnen und die schlechten alten Lieder würden meistentheils durch neue von gleichem Werthe ersetzt werden. Ein schönes geistliches Lied zu verfertigen, ist eben so gar leicht nicht, und es wird herrt zu Tage mehr dazu erfordert als die blose Kunst zu reimen. Man muß in den schönen Wissenschaften keine gemeine Stärke haben, j - wenn man in dieser Arbeit gut fortkommen will. Leute aber von dieser Stärke sollen erst noch in unfern Schulen erzogen werden.
Allein ob wir gleich unter uns selbst dergleichen Köpft, die man zu diesem grosen Geschäfte, zur Verfertigung eines neuen Gesangbuchs brauchen könnte, nicht aufweisen können; so wird doch dadurch die angeführte Schwierigkeit nicht gros. Unser Mangel an geschickten Dichtern ist durch
E e e * die


