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emerley Meynung mit Ms gewesen wären. Denn ein ziemlicher Theil von den Gesängen, die wir noch von ihnen in unfern Gesangbüchern haben, sind nicht nach Viesen Grundsätzen verfertigt und haben die noch- wendigen Eigenschaften nichts die zu heiligen Gesängen erfordert werden. Manche Lieder, die wir m untrer Kirche singen, sind der Göttlichkeit und Erhabenhert unsrer Religion nicht gcmäs. Verschiedene derselben enthalten etwas Niedriges etwas Unedles und Unschickliches, etwas Kindisches und Tändelndes, etwas Mattes und LeereS und in verschiedenen herrschen so gar falsche und anstößige Gedanken. Wer nicht mit Voruttheilen sirr das Alketthum eingenommen ist; wer weis daß ein Gesang, der vor hundert und mehr Jahren ein Meisterstück der deutschen Poesie und gut und erbaulich war, solches in unfern Zeiten, wo die Sachen eine ganz andre Gestalt gewonnen haben, nicht mehr seyn kann; kmz wer Geschmack und Einsicht genug hat, dem wird mein Urtheil über eini- tinfrer bisherigen Gesänge nicht fremde vorkommen.
Wäre es also nicht recht sehr zu wünschen, daß bald einmal eine gänzliche Veränderung mit unfern Gesangbüchern vorgenommen würde? Leute, die sich angewöhnt haben , mit Aufmerksamkeit und Nachdenken zu fingen, und die in den Gesängen enthaltene Gedanken und Wahrheiten auf sich und andre anzuwenden, werden eben dieses mit mir wünschen und mit dem Heisesten Verlangen ihrer Seele der so nöthigen Verbesserung dieses Theils unsers Gottesdienstes entgegen seherr.
Freilich sind mit der Verfertigung und Einführung eines neuen Gesangbuchs grose Schwierigkeiten verknüpft; Schwierigkeiten auf Serken Lerer, die sich dasselbe anschaffen sollen, Schwierigkeiten auf Seiten derer, die es verfertigen sollen; Die Schwierigkeiten auf Seiten der ersten scheinen mir die größten zu seyn. Denn das'ist leicht voraus zu sehn, daß Der gröste Haufe derer, die in dem Tempel Gottes Lieder singen, sehr übel mit einer solchen Neuerung zufrieden seyn würde. T>r gemeine Mann, der ohnehin nicht gerne einige Kreuzer für ein erbauliches Buch ausgiebt und dem es ganz einerley ist, was er singt, und ob er das, was er singt, verstehen kann, oder nicht, wird die Verfertigung eines neuen Gesangbuchs für die unnöthigste und übersiüssgste Beschäftigung und die Einführung desselben für die höchste Gewaitthätigkeit ansehen. Man würde gleich schreien: die alten Gesänge waren gut, man hatte uns dabey lassen können; man weis ohnehin nicht, wo man das viele Geld herbey hohlen soll, das mcm für Dinge ausgeben muß, die einem weiter mchts eintragen u. d. m.


