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Sie sind das Vergnügen ihres ehelichen Lebens und der Trost ihrer künfti­gen Jahre. Kem Wunder daher, daß, nach der zärtlichen Liebe, welche G-Ott selbst den Seelen der Aeltern eingefiößet hat, das Herz derselben bricht, wenn sie sehen, daß die Augen ihrer Kinder von dem Tode gebrochen werden. Thränen sind alsdann natürlich: und wer kann Thränen dieser Art verdammen? Sie entheiligen das Christenthum nicht. Erzeugt sie doch selbst die Natur, so wie sie ihren Ursprung von ihrem Schöpfer hat? allein das ist gefehlt, wenn ihnen keine gehörige Grenzen gesetzet werden, wenn diese Thränenquekle sich nicht verstopfen will. Laßt uns weinen, lieb­reiche redliche Aeltern, wenn uns der HErr die kleinen anmutigen gespielen unsers Lebens, die hofnungsvollen Gefährten unsrer Pilgrimschaft nimt: Aber laßt uns auch die Thranen wieder abtrocknen, und den Trost annehmen der aus mehr als einer Quelle beym frühen erblassen unsrer Kinder für uns quillt. Ich will jetzt einiger der fürnemstrn Trostgründe erwähnen die in die­sen schmerzlichen Fällen wahrhaftig beruhigen und von welchen ich ans ei­gener Erfahrung weis, daß sie bewährt sind.

Ware mit dem Tode alles aus, so daß sterbende Kinder in ein ewiges Nichts sänken, so wäre ihr früher Tod wol allerdings gewissermaßen zu be- . dauren. Sie entbehrten den Besitz und Genuß dieser irdischen Güter, Ehren, und Freuden, deren rechtmäsiger Gebrauch seine wahren Vergnü­gungen hat. Sie empfanden dieses Lebens Bitterkeit in reichem Maase, ohne auch desselben Anmuthund Güte mit.bewußtseynzu genießen. Kinder reicher und vornehmer Aeltern wären in dieser Absicht insonderheit Vorzug, lich zu beklagen. Doch nein auch dannoch wäre der frühe Tod der Kin­der ohne Unterschied wahre Wohlthat. Was wäre er anders, als die Er­lösung aus diesem Jammerthale? Denn das ist doch der wahre Name die­ser gegenwärtigen Welt. Unvollkommen sind ihre besten Güter, nichtig ihre Ehren, leer und unvollkommen, ihre Freuden, auch im bestem Leben ist in der That das größte TheilMühe und Arbeit Sorge, und Verdruß. Sterbende Kinder entgehen frühe allem unvermeidlich bevorstehenden Unge­mache; unzähligen Jammer, mannichfaltigerNoth. Sie bekommen frühe die Erlösung von den vielfältigen Uebeln dieses Lebens, worunter wir Er­wachsene noch hingehen und weinen müsten, und die wir erst nach tausend überstandner Angst Mühe und Arbeit erlangen. O wie glücklich seyd ihr also ihr jungen Wanderer dieses Lebens, die ihr bald wieder aus dieser Wüste wo man hie und da seine Füsse verwundet, wieder ausgesühret wer­det. Ist das nicht ein wahrer Trost beym frühen Sterben der Kinder? " x der