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konnte. Der Gestank des WängnW- die unreinen Ausdünstungen ffl vieler Gefangnen, die übereinander lagen, das Geklirre dcr Ketten, der - wenige Schlaf, alles dieses machte seinen Zustand unerträglich.
Als er verzweifeln und keine Speise mehr nehmen wollte, kam Demetrius zurück, der nicht wußte, was geschehen war. So bald er es erfuhr, eilte er nach dem Gefängnisse, und erhielt auf vieles Bitten die Erlaubnis , den Gefangenen besuchen zu dürfen. Beyde Freunde umarmten einander auf das zärtlichste und waren über diesen unerwarteten Anblick voll Bestürzung. Demetrius tröstete seinen Freund, zerschnitt feinen Mantel und gab ihm die Helfte davon, seine abgerissene Kleidung zu ersetzen, und verpflegte ihn. Den ganzen Vormittag arbeitete er bey den Kaufleuten uns half ab-'und aufladen. Einen Theil seines Arbeitslohns gab er dem Kerkermeister, ihn weicher zu machen, den andern wandte er zur Erquickung seines Freundes an. Er verließ ihn nicht vor Abends und des Nachts schlief er nicht weit von seinem Gefängnis auf einem Strohlager.
Nach einiger Zeit starb ein Räuber in den Ketten , und zwar, wie es schien, von Gifte. Die Gefangnen wurden deswegen viel genauer bewacht, und es bekam niemand mehr die Erlaubnis, sie zu besuchen. Demeerms war trostlos, daß er seinen Freund nicht mehr sehen und ihm mcht mehr helfen sollte, und weil er kein andres Mittel wußte, zu seinem Freunde ztt kommen, so gieng er zum Stadthalter, und gab sich selber an, als habe et an dem Tempelraube mit Antheil. Er wurde sogleich in das Gefängnis gebracht, wo fein Freund war, konnte aber auf vieles Bitten kaum von dem Kerkermeister erlangen, daß er nahe bey seinem Freunde angeschloffen wurde. Hier bewies er die stärkste Liebe, da er fein eignes Leiden nicht achtete, und ob er gleich selber krank wurde, doch nur besorgt war, wie sein Freund schlafen und den wenigsten Schmcrtz empfinden möchte. Ihr Elend wurde ihnen erträglicher, da sie mit einander litten.
Endlich errettete sie ein Zufall. Die andern Gefangnen verschworen fick zusammen, machten sich von ihren Ketten los, schlugen die Wächter todt und entsprungen. Nur Demetrius und Antiphü blieben im Gefängnis und hielten auch den Syrus zurück, welcher mit fort wolte. Den folgenden Tag ließ der Stadthalter den Demetrius und Antiphil rufen bezeigte fein Wohlgefallen, daß sie nicht Mit entsprungen und gab ihnen deswegen die Zrcyheit. Allein sie waren mit der Art, sie los zu lassen, nicht zufrieden. Demetrius beklagte sich, daß man die größte Ungerechtigkeit beginge, wenn man sie für Miffethäter hielte, die nur aus Erbarmen oder
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