i2i Giesische wöchentlich -- gemeinnützige Anzeigen
dem Aretäus seine Mutter, sie zu unterhalten, und in ihrem hohen Alter zu pflegen; dem Lharrxenns seine erwachsene Tochter, sie nach feinem Vermögen wohl auszusiatten. Stürbe einer von beyden, so sollte der andre auch dessen Theil der Erbschaft haben. Als das Testament cröfnet und verlesen würde, machten die, denen Euhamidas Armuth , nichtab.ep seine Freundschaft mit den beyden Mannern bekannt war, ein Gelachter daraus und hielten es für einen Einfall eines Wahnsinnigen. Allein die ernannten Erben erklärten sich mit Vergnügen, den letzten Willen ihres Freundes zu vollziehen. Lhanxenus starb fünf Tage darauf. Aretäus war nun der glückliche, der die Mutter und Tochter erbte. Er versorgte die alte Mutter und stattete die Tochter aus. Von vier tausend Thalern gab er zwey tausend seiner eignen und zwey tausend der Tochter seines Freundes und richtete ihre Hochzeit auf einen Tag zugleich aus.
Ein andres Beyspiel: Demetrius und Annphil/ zwey Atheni- enser, lebten von Jugend auf in der vertrautesten Freundschaft; jener legte sich auf die Philosophie, dieser auf die Arzney Wissenschaft. Sie reißten beyde nach Alexandrien in Egypten. Demetrius hatte Lust, alles merkwürdige dieses berühmten Landes, besonders die erstaunlichen Pyramiden und die Bildsäule Memnons, die bey der aufgehenden Sonne erklang, in Augenschein zu nehmen. Er gieng auf dem Nil nach OberEgypten, und ließ seinen Freund, dem die Reise wegen der Hitze zu beschwerlich war, zurück. Dieser gerieth unterdessen in ein Unglück, wo er einen recht edel- müthigen Freund nöthig hatte. Sein Bedienter. Syrus, ließ sich mit einer Räuberbande ein, die den Tempel des Anubis bestahl. Allein die Thater wurden entdeckt und durch die Folter bald zum Geständnis gebracht. Man führte sie nach Antiphüs Wohnung, wo sie das gestohlene unter einem Bette versteckt hatten. Syrus wurde gleich in Fesseln gelegt und eben dieses widerfuhr auch seinem Herrn, den man aus dem Hause seines Lehrers, welchen er eben hörte, fortschleppte. Niemand nahm sich des Unglücklichen an, auch seine bisherigen Freunde verliefen ihn als einen Bösewicht, der einen Tempel bestohlen habe. Zwey Bediente, die im Hause zurück blieben, packten alles zusammen und entliefen damit. Annphrj lag lange im Gefängnisse, und man sähe ihn als den abscheulichsten Misse- thäter an. Der Kerkermeister, ein eifriger Mann in seiner Religion- glaubte seinem GOtt, einen angenehmen Dienst zu thun, wenn er ihn r chl hart hielte. S ine Gesundheit mußte leiden, weil er aus der blosen Erde lag, und seine Beine, die in den Stock eingeschloffcn waren, nicht ausstrecken
.tonnte.


