rmö Nachrichten.

mm Lesen aufmuntern werde, und ich verspreche mir das süsseste Vergnü­gen von meiner Aufmunterung. Es war in der That recht nöthig, daß Sie so sehr wider die verderblichen Bücher, wider die Romanen und wi­der andre dergleichen geeifert haben. Aber eins haben Sie doch dabey ver­gessen , wenn ich cs mit Ihrer Eelaubnis sagen darf. Sie haben verges­sen, einige von denen Büchern zu nennen, die das Frauenzimmer statt der relegirten Romanen und Comödien lesen könnte. Dies war doch, wie mich deucht, auch nöthig, weil man in unfern Gegenden wenig Leute fin­det, die eine Kenntnis von solchen Büchern hätten, die zur Lectüre der Frauenzimmer dienlich waren, geschweige, daß sie sie selbst besäßen. Ich sehe Sie aus verschiedenen Gründen für Leute von Geschmack und einer hinlänglichen Bücherkenntnis an, auf deren Rath und Urtheil man sich in diesem Stücke verlassen kann. Wenn Sie sich die Mühe nehmen wollten, in Zukunst einmal ein kleines Verzeichnis von solchen Schriften in ihren Blattern bekannt zu machen; so wollte ich Ihnen versprechen, daß ich mir sie alle zum Gebrauch meiner Kinder und meinem eignen angenehmen Zeltver- treib anschaffen würde. Ich kan meinen Kindern kein nützlicheres Geschenk ma­chen , wenn ich den Endzweck erhalte, daß sie dadurch weiser und verständi­ger werden. Und dies werden sie gewis, wenn sie Ihren Regeln folgen. Ich erwarte Ihre Vorschläge zu dieser Frauenzimmer-Bibliotheck und ver­harre mit steter Hochachtung

Dero

W . . am >7ten Jenner 1766.

ergebenster Diener L. von VT.

Weil wir diese betten Briese in dem heutigen Blatte nicht beantwor­ten können; so wollen wir nur den hochgeehrtesten Herrn Verfassern der­selben zum voraus bekannt machen, daß wir uns aus Dankbarkeit gegen ihr gütiges Zutrauen für verbunden achten, mit nächstem ihre Wünsche zu erfüllen. Herr Philander hatte nicht Ursache, furchtsam wegen seiner Bit­te an uns zu seyn. Wir würden Sie ihm gewährt haben, wenn wir auch nicht überzeugt wären, daß der größte Theil unsrer Leser lieber ernst­hafte als lustige Abhandlungen liefet. Dem Herrn vonN- banken wir daß er unfern Wünschen zuvorgekommen ist und einen Vorschlag zu einer aus­erlesenen Frauenzimmer Bibliotheck von uns verlangt hat. Ueberhaupt haben wir uns recht sehr gefreuet, daß man uns durch diese Briefe Gele­genheit zu einigen gefälligen Diensten gegeben, und uns versichert hat, daß