mch Nachrichten. L55
nehmen lassen, welchch Schach Sephr nicht wußte. Hier war die Gelegenheit, den Schatzmeister zu stürzen. Seine Feinde machten dem Könige übertriebene Beschreibungen von seinem Reichthum, von der Pracht, mit welcher er lebte, von den Gebäuden, die er aufführen lassen, und liefen ihn errathen: wovon der Schatzmeister sich so bereichert haben könnte. Der Schach ließ ihn rufen; der Schatzmeister bat ihn, selbst die Schatzkammer in Augenschein zu nehmen. Er rhat es, fand alles in der schönsten -Ordnung, und wurde belehrt, wo die Brillanten aus dem Sabel hingekommen wären. Der Schach gieng hierauf selbst nach dem Hause des Schatzmeisters, er sähe aber nichts darinnen, als Armuth, schlechte Tapeten^ und wunderte sich sehr. Am Ende einer Galerie war eine stark verriegelte Thür. Der König sähe sie nicht, die Hofteute aber zeigten sie ihm an, als den Eingang zu dem Schatze, den Mahomed AlyBeg sich von den königlichen Schätzen bey Seite würde gebracht haben. Der König wollte hinein und fragte was hast du unter diesen Riegeln verwahrt?,, Dies, antwortete der Schatzmeister, „ ist eine Kammer, darinnen ich mein lieb- „ stes und mein rechtes Eigenthum verwahret habe. Alles was du im „ Hause gesehen, gehöret dir, was aber in dieser Kammer liegt, ist mein „ eigen, und ich hoffe, du wirst es mir nicht nehmen lassen.,, Der König wurde immer begieriger, diese Kammer zu sehen, sie mußte geöfnet werden; aber er sähe nichts, als vier blose Wände, daran ein Hirkenstab, ein HirtenKlerd, eine Flöte und eine leere Tasche hing. Was soll das bedeuten? rief der Schach. Der Schatzmeister antwortete: „da mich der grs-- n se Schach Abas auf dem Berge antraff, wo ich meine Heerde hütete, n hatte ich nichts, als was du hier stehest. Er ließ mich mein Eigenthum ii behalten, und ich hoffe, du wirst es mir nicht entziehen, sondern erlau- n ben, daß ich fortgehen und es mit mir nehmen kann, um mich im Friede „ aus meine vorige Weise zu nähren , welches ich als die größte Wohlthat „ erkennen werde.,, Dies rührte den König so sehr, daß er sein eignes Kleid auszog und es dem Schatzmeister anlcgte. Kein Mensch durfte sich mehr unterstehen, wider ihn zu reden, und er blieb in seinen Würden und in der größten Hochachtung bis an seinen Tod.- O wie tröstlich ist em gut Gewissen für einen angeklagten RechnungsVedienten!
Ein andres hierher gehöriges Beyspiel. Der König von Sardinien, Victor Amadeus, beschloß im Jahr 1730. die Krone m'ederzulegen. Er erüfnete dem Kronprinzen und seinen Räthen diesen Entschluß. Alle riechen ihm davon ab. Der Kronprinz sagte unter andern: Ich bezeuge
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