und Nachrichten. re
chnen Meso unaussprechliche Glückseligkeit versprichst? Wenn sie dich verleugnen und Deine Gebote nicht achten; wie können sie rechtschafne Freunde, treue Ehegatten und liebenswürdige Vater seyn!
Ich würde diese Betrachtungen noch werter fortgesetzt haben , wenn ich nicht durch einen meiner geliebten Freunde, der mich in einiger Entfernung auf dem Hügel ernes Grabes hatte sitzen sehen, wäre unterbrochen worden. Treffe ich Sie schon wieder unter den Todten an, sagte er zu mir, als er sich mir näherte. Sie werden mich doch wohl' bald verlassen und sterben wollen. Das wäre ich den Augenblick zufrieden, gab ich ihm zur Antwort, wenn es meines Gottes Willen wäre. Inzwischen will ich mir den Tod nicht wünschen aber ihn auch eben so wenig fürchten. Sie > wissen meine Gewohnheit, Sie wissen, daß ich sehr gerne auf dem Staube verstorbener Menschen herum irre, um von Tag zu Tage gleichgültiger gegen meine eigne Verwesung zu werden. Er sagte darauf verlchiedenes zu meinem Lobe, das ich aus Bescheidenheit nicht nachsagen darf, und bat es sich von mir als einen Beweis von meiner Freundschaft aus, daß ich diesen Ort nie wieder besuchen möchte, ohne ihn mit zu nehmen. Er sähe es nur allzu wohl ein, daß der Gottesacker der lehrreichste Ort für einen Sterblichen sey, und daß man nie und an keinem andern Orte mit mehrerem Ernst an seine künftige Bestimmung denken könnte, als an demselben. Und es wäre nichts mehr zu verwundern, als daß so viele tausend Menschen oft mit dem größten Leichtsinn und ohne Gedanken über die Asche ihrer verstorbenen Freunde hingehen könnten.
Nach dieser kurzen Unterredung führte ich meinen Freund an einen Leichenstein, worauf eine Grabschrist steht, die mir immer sehr wohl gefallen hat. Wollte Gott, antwortete er, daß alle Grabschriften so lehrreich und dem Charakter des Verstorbenen so angemessen wären, als diese ist. Der unter diesem Steine ruhet, verdient das ihm beygelegte Lob in seinem ganzen Umfange. Jeder der es ließt, müsse noch seine Asche ehren und sich würdig machen, dereinst ein gleiches Lob zu verdienen. Aber hier, (er nahm mich bey der Hand und führte mich zu einem andern Monument) - hier ist eine Grabschrift, die die unverschämteste Lüge enthält. Sie haben ibn von Person gekannt, der in diesem Grabe liegt. Nun urtheilen Sie. Wir lasen die Grabschrift und nachdem wir sie gelesen hatten, sagte er: Es ist doch wirklich für sehr viele Todten gut, daß es noch nicht Mode geworden ist, auf den Grabsteinen das Alter des Leibes von dem Alter der Seele zu unterscheiden und das Alter der Seele nach dem wahren und mo-
K k r ralischen


