m Greststhe wöchentlich-gemeinnützige Anzeigen feyn wird. Und nie verlasse ich diese Statte wieder ohne die allerstärksten Rührungen.
Vor einigen Tagen besuchte ich diesen Ort wieder um den Todes Tag desjenigen zu feiten, der unter allen Sterblichen zuerst meine Hochachtung und meine Liebe verdiente. Ich setzte mich auf fein Grab hin, wo seine Gebeine, die ehedem so fieisig für meine Wohlfahrt arbeiteten, anitztvon aller Arbeit ruhen, und wo sein Staub sich mit dem Staube seiner Väter vereinigt. Wie heilig war mir dieser Gedanke! Eine fromme kindliche Thrane fioß von meinen Wangen auf fein Grab herab, als ich daran dachte, daß ich ihn so früh verlohren hatte, daß ich ihn eher verlohren hatte, als ich im Stande war, ihm für die vielen Sorgen und Bekümmernissen, die ich ihm verursacht hatte, meine inbrünstige Liebe und meine vollkommenste Dankbarkeit zu erkennen zu geben. Wie sehr wollte ich ihm das beschwerliche Alter zu erleichtern, wie viel Gutes wollte ich ihm zu erweisen mich bestrebt haben, wenn es der Vorsicht meines Gottes ge allen hätte, ihn mir nicht so frühzeitig zu entziehen sondern ihn die Jahre eines Greisen erleben zu lassen ’ Wie viel leichter würde es mir gewesen seyn, unter seiner Anführung und durch fein lehrreiches Bey'piel aufgemuytert, der Tugend treu zu bleiben und rechtschaffen vor GOtt und Menschen zu wandeln! Bey Dichn Gedanken befiel mich anfänglich eine sehr tiefe Schwermuth, ans der ich' aber bald durch den weit mächtigem Gedanken errettet wurde: der Wille Gorees ifi allezeit auf mein Wohl gerichtet und seine uner- forschliche Regierung bleibt unter allen Umständen unradel- haft. Er har mrr bishreher geholfen und wird mir <wcb ferner helfen/ wenn ich ihm vertraue. Diese Gedanken trösttten mich wieder, ich hörte auf, meinen Verlust zu beklagen und fieng an , mich glücklich zu schätzen, daß er mir dereinst soll ersetzt werden. Ja unh. vielleicht bald, soll ich wieder mit dem vereinigt werden, der so frühzeitig, da ich ihn noch so sehr nötbig zu haben 1 glaubte, von mir ist getrennt worden. O welch ein göttliches Geschenk ist meine allerheiligste Religion, die mich diese entzückende Wiedervereinigung hoffen läßt!. Wie. elend, wie trostlos würde ich anitzt ohne sie seyn. Sey mir demnach gesegnet, du göttliche Religion, du theuerstes Pfand der Liebe und Gnade meines Gottes, du einzige HofNuNg und du bester Trost der Bekümmerten! Ich will deine Verächter bedauren, ich will sie beweinen, diese arme Sterblichen, die allen Dost und alle Hofnung verlieren, indem sie dich von sich stoßen. Was mag sie doch nm bewegen, daß. sie dich W kennen lernen wollen, die du
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