m Meflsche wöchenUich - gemeinnützige Anzeigen ab) starb er endlich wirklich für Mattigkeit zum Schrecken seines Haus- Wirths, dem er die Miethe noch von vielen Jahren her schuldig war: denn was er zurücklreß, war bey weitem nicht so viel werth, ob er gleich ein groses Vertrauen auf seine noch im Manuscript liegende Verse kurz vorher geäußert hatte. Denn er hatte ein Testament gemacht, und in demselben verordnet, daß seine zurückgelaffene Arbeiten verkauft, seine Schulden davon bezahlt, und von dem Ueberrest eine Stifftung in die dastge Schule gemacht werden sollte, wovon man den Ertrag jährlich zum Einbinden aller möglichen Hochzeit und LeichenGedichte, deren Zerstreuung er oft m fernem Leben bedauert hatte und welche er hiermit anbefahl, auf das fleisigste zu sammlen, verwenden sollte.
Allein dieses Vermächtnis kam nicht zu Stande. Der Hauswirth bot die traurigen Ueberbleibsel des Dichters allenthalben vergeblich an. Er ward endlich zornig und verbrannte sie, um das Andenken dieses Mannes rn seinem Hause ganz auszulöschen. Doch war er so grosmüthig, daß er mich an die besagte Schule schenkte, wie der Poet unter andern mit verordnet hatte. Denn er glaubte nichts geringers als das Wasser der Hip- pocrene in feinem Dmtenfaß zu besitzen und hatte desfalls hinterlassen, daß alle junge Leute in der Schule, von denen ev wüßte, daß sie, sie mochten können oder nicht, Verse machen müßten, sich dieses Dintenfaffes bedienen pllten. Er hoffte mit seinem Geiste um daffetblge nach feinem Tode zu flattern und der Jugend unvermerkt die fehlenden Reime einzuflösen.
Ich kam also wirklich in .die Schule. Es gieng aber auch hier, wie t« mit den Testamenten zu gehen pfiegt. Der Wille des Erblaßten wnd feiten lange beobachtet. Der Conreetor brauchte mich zu ganz andern Verrichtungen, di« mir zu gering schienen, nachdem ich in der Gesellschaft des Poeten wirklich etwas stolz geworden war. In der Schul« verbes. fertt er aus mir die lateinische Uebersetzungen der Knaben, woben mir mehr als einmal ganz ohnmächtig wurde. Endlich nahm er mich mit nach Haust. Da bekam ich noch mehr abgeschmackte Dinge zu st. hen. Er schrieb aus mir alle seine Predigten die er halten mußte; und man kann sich nicht vorstellen was er für einen Mischmasch von Pedante, rien zur Welk brachte. Die Dispostkionen seiner Predigten faßte et alle (a. teiniTO ab. Diese legte er in die Bibel und wenn er hernach auf die Can« ,el kam so übersetzte er ste ins Deutsche; aber in ein solches Deutsche, daS höchst pöbelhaft war und kein Mensch recht verstehen konnte- °sch schloß daraus, daß mem Hm Conrector sehr wenig gute deutsche Schriststellek müsse


