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Man muß die Mine der Offenherzigkeit avnehmen können, wenn man seine Gedanken verbergen will. Man muß sich so betragen können, daß der andre mit dem man zu thurr hat< uns nicht für scharssichtig hält, sondern glaubt seine Gesinnungen seyen für uns mit einem undurchdringlichen Vor, dang überzogen. Hierdurch macht man ihn sicher, und schläfert ihn em, ohne daß er daraus bedacht ist, unfern Absichten Hindernisse m den Weg zu legen, welches er thun wurde-, sobald ex unser Mlstrauen auf chn ge­wahr wird.

Rosalvo verspricht mit vielen Freundschafts-Bezeugungen mir zu ei­nem Amt zu verhelfen. Wenn ich mich ganz auf ihn allein verlasse, so werde ich vielleicht zurück stehen muffen, weit er einen seiner Anverwandten zu befördern Willens ist. Er bedient sich solcher Ausdrücke gegen mich die in der That viel versprechen : wenn ich aber von dem letztem nur die gering­ste Vermuthung habe, so bin ich ein Thor, wenn ich ihm glaube, und mich, damit tröste, daß der Mann» nicht die geringste Ursachen gehabt, mir solche gewisse Versprechungen zu geben, wenn er sie nicht zu halten Willens wä­re: da er sie vielleicht würcklich aus keinem andern Grund geg.ben hat, als weil er sie nicht halten und mich hintergehen will. Will ich klug Han­deln,, so muß ich mich bey dem Rosalvo so anlaffen, als wenn ich fest ver­sichert wäre, daß er mir geneigt sey, und als wenn ich alles seiner Gewo- .genheit allein heimsteüte. Für mich selbst aber muß ich gdnz anderst dcn- cken. Ich muß alle Versprechungen dieser Gattung für Wind halten, wodurch man mich abzulpeisen sucht, muß Mich um alle übrige andre Mittel erkundigen, die zur Erhaltung meines Endzwecks fuhren, und sie heimlich zu gebrauchen suchen. Ihn selbst muß ich nichts mertfen lassen, .damit ich ihn nicht.veranlasse GegenMinen akzulegen. Ich muß, wenn er wächkig genug ist mein Vorhaben zu vereiteln, die Sachen so einzufädeln suchen , daß er wohl gar wider Willen genöthigtwird mir behülslich zu seyn. Es ist dieses in einzelnen Fällen oft ungemein schwer ins Merck zu richten, weil sehr viel von den Umständen abhängt. Aber im allgemeinen muß ich immer die Regel in Betrachtung ziehen, 'daß man Niemand zu viel trauen, sondern einen jeDen für schlimmer halten müsse, als er vielleicht wmcklich ist.

Silvio hat sich vorgesetzt eine gewisse Absicht auszuführen, wozu er meiner Einwilligung nöthig hat Er geht behutsam zu Merck, und läßt mich im Anfang nicht das geringste von seinen Gedancken mercken. Er macht Mir allestey Versprechungen, und trägt sie so wahrscheinlich vor, daß ich ihm - ' ' um