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welche ihn bisher nichts geachtet hakten, weiter niemand verkleinert oder verspottet hatte, lächerliche und abgeschmackte Stellungen und Handlungen weder lobte noch nachahmte, und so einfältig war, daß ihm ein muffiges und wollüstiges Leben misfiele, gmethen insgesamt in Erstaunen und Zorn, als sie ihn so hoch erhaben sahen. Sie wünschten ihm zwar allerseits Muck und mit tausend Höflichkeiten, die bey den meisten bis zur Niedertrachtig- keit mengen, bewarben sie sich um feine Freundschafft. Im Hertzen aber waren sie ihm gehäßig unt) dachten auf nichts als wie sie ihn sturtzen kön- ten. Es giengen etliche Jahre vorbey ehe sie ihren Zweck erreichen konnten, währender Zeit er zum Vergnügen seines Herrn und zum Vortheil des ganzen Landes sein wichtiges Amt verwaltete.
Endlich bekam der König eine neue Maitresse, welcher der grösteTheu der Hofleute bis zum Kriechen Ehre bewies, unser Ritter aber wenig Achtung bezeigte, sondern sie gar nicht zu bemercken schien. Kaum merckten dieses einige Hofleute, als sie die Maitresse so ausbrachten, daß sie dem König Tag und Nacht anlag, unser» Ritter fortzuschaffen. So ungern sich der König hierzu verstand, so muste er doch endlich in das ungesiümme Begehren willigen. Unser Ritter bekam Befehl sich auf sein Landgut zu begeben, welches er den Augenblick that, um die veränderte Gesichter deS Hofes von denen die meisten SchadenFreude und Spott in grosser Menge blicken liessen, nicht noch einmal anzuschen.
Seitdem lebt er auf dem Land, und jedesmal hat er Mittel gefunden die verschiedne neue Anerbietungen wieder nach Hofe zu kommen, mit Bescheidenheit abzulehnen. Daselbst bringt er seine Tage in der Gesell- schatt eines belesnen und gereißten Freundes und einer sehr liebenswürdigen Gattin vergnügt und ruhig zu. Zuweilen besucht er seine benachbarte Edelleute, mehr um Gelegenheit zu haben, ihnen einen guten Rath zu erthei- len, als sich in ihrer Gesellschaft zu vergnügen. Er steht bey ihnen in einem solchen Ansehen, daß sie sich noch nie unterstanden haben, seiner Gemahlin, weil sie bürgerlichen Herkommens ist, nur die geringste spöttisch- Mine zn machen, ob sie sie gleich im Hertzen verachten. Unser Ritter hat dieses Frauenzimmer bloß ihres guten Verstandes und ihrer Rechtschaffenheit wegen, nach vielen Schwierigkeiten, die sie ihm vorher gemacht hak, und worüber die meisten Adliche höhnisch lachen werden und nicht ihres Reichthums halber, als welches sonst bey verarmten Häusern die letzte Zufiücht ist, zu seiner Gemahlin erwählt. Und nun lebt er schon Ime 3M mit ihr vergnügt, ohne daß es ihm jemals eingefallen ist,
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