410 Grestsche wöchentlich ^AemekttttStzige Anzeigen
ihr den Mangel einer vornehmem Geburt nur von weiten und verdeckt vor- zuwerfen. Denn er ist überzeugt, daß sie würdig wäre, als eine Prinze- ßm gebohren zu seyn, und tdaß die Ehre auf seiner Seite ist, von einem so vollkommnen Frauenzimmer geliebt zu werden. Ich könnte noch mehr von fernen rühmlichen Handlungen sagen: aber weil ich fürchte daß sichern großer Therl Leser bey diesem Umstand empören wird, so will ich die Fort- fttzung der Geschichte auf eine gelegnere Zeit verspüren.
Eines adlr'chen Landwirts/ Bemerkungen bey der RmdvichSeuche.
Bey dem Viehsterben welches einige Jahr, auch hier, in meiner nähesten Nachbarschaft gewesen ist, habe ich folgende Observationes gemacht , und diese leichten Mittel Präservative gebraucht. Das Vieh nicht austreiben, sondern nur seine nöthige Bewegung auf dem Hofe gelassen. Das Vieh so viel möglich nicht zu fett gefüttert, sondern bey diesen Gefahr in der Nähe lieber etwas mager werden lassen.
In dem Herbst sind ihm die Lungenadern geschlagen, und viel Blut weggelaffen worden.
Antimonium crudum als ein gelindes Laxiermittel, welches zugleich blutreinigend ist, wird mit gutem Nutzen, dock in mäßiger do/i pr^fer- vanvc adhibiret. Die Dosis auf ein Stück Vieh möchten 6 bis 8 Loth seyn, täglich ein Loth. Es wird dabcy täglich mit Wachholderbeeren und dergleichen Reißig geräuchert, der Stall dabey zugemacht, und übrigens durch fleißiges Ausmisten reinlich erhalten. Dieses Vorbeschriebene Habs lch bis hieher mit Nutzen gebraucht, so gar vor kurzen, da das Viehsterben sich in meiner Nachbarschaft wiederum ereignete, und so gar mein Vieh die bedenklichen fimptomata von einem ungewöhnlich starken Husten von sich hören ließ, nach dieser leichten präservativkur ist Gottlob bis hieher nichts Uebels weiter erfolgt, vielmehr hat der Husten ceffiret.
Von nachstehenden Mittel hat man mir auch viel rümen wollen, wann selbiges praefervative, so gar auch bey anfangender Krankheit cura- r.ve gebraucht würde: Man streuet nämlich unter das Vieh ungelöschten Kalk, feuchtet denselben an, so, daß der Dampf davon dem Vieh stark in die Nase zieht; Dabey zündet man auch etwas Schwefelfaden an, daß der Dampf davon dem Vieh ebenfalls in die Nase zieht.
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