Giestsche wöchentlich gemeinnützige Anzeigen

Als indessen der Frühling fam, giengen die Abenakies wieder zu Felde, Ml die Engländer aufzusuchen. Der Alte der noch immer Munterkeit ge­nug hatte, um die Arbeit des Krieges zu ertragen, ging auch mit seinen tanMleuten aus, und vergaß nicht, seinen Kriegesgefangenen mitzuneh- men. Sie thaten einen Marsch von ohngesehr zoo Meilen durch unweg­same Wildnisse und Wälder dieser Gegend, bis sie endlich auf einer Ebene ein Englisches Lager entdeckten; dies zeigte der alte Wilde seinem jungen Begleiter, auf dessen Betragen er zugleich mit unverwandten Augen Acht gab: Hier sichest du, sprach er, deine Brüder, die im Vegrif sind , uns ein Treffen zu liefern, was sagest du dazu? Ich errettete dich vom Tode, ich lehrte dich Canoes bauen, Bogen und Pfeile machen, alle unsere Krie- geskünste. Was wärest du, als ich dich in meine Wohnung nahm? Deine Hände waren wie die Hände eines Kindes, sie konten dir nur wenig zu deiner Vertheidigung dienen, und noch weniger konten sie dir Mittel 'zum Unterhalt verschaffen. Deine Seele war finster, du wärest in allen rwthwendigen Kenntnissen fremd. Mir hast du dein Leben, die Mittel zur Erhaltung desselben, alles zu danken. Köntest du nun noch wohl so undankbar seyn, ein Ueberläufer zu deinen Landcsleuten zu werden,'und gegen uns dein Veil zu gebrauchen? Mit Widerwillen würde ich, ant­wortete der junge Engländer, gegen meine eigene Nation die Waffen er­greifen, aber nie werde ich sie gegen die Abenakies gebrauchen, die ich Zeit­lebens als meine Brüder ansehen werde.

; . Hierauf bückte der Wilde sein Haupt nieder, und bedeckte sein Ge- sicht mit der Hand , als wenn er in einer tiefen Betrachtung wäre. Nach­dem er einige Zeit in dieser Stellung geblieben war, sähe er voll Ernst den jungen Officier an, und fragte ihn in einem mit Kummer und Zärtlich­keit untermischten Ton; Hast du noch einen Vater? Er lebte noch, ant­wortete der junge Officier, als ich.mein Varerland verließ. =0 wie un­glücklich muß er seyn l sagte der Wilde. - Nach einer kleinen Pause setzte er hinzu: Merkst du wohl, daß ich auch einmal ein Vater gewesen bin? Ach ich bin es nicht mehr, nein, ich bin nicht mehr Vatek! Ich sähe meinen Sohn im Treffen fallen. Er föchte mir zur Seiten, ich sähe ihn sterben, als einen Mann sterben, bedeckt mit Wunden, wie er fiel. Aber icb räch­te ihn! Bey diesem Worte, die er mit dem stärksten Nachdruck hervorbrach- ,:te, zitterte er, ächzte, und schien von einem innerlichen Gram, den er zu ersticken suchte, gefoltert. Seine Augen wurden wild, doch kerne Thräne entfiel rhnen. Nach und nach hörte die Heftigkeit seiner Bewegung auf, er

ward