Ausgabe 
12.8.1766
 
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tind Nacynchtett. aZi

der Ehrbarkeit zuwider kaufen, böse und unwillig wird wohl gar flucht oder fonjl in eine Heftigkeit gerat!), und was dergleichen Dinge mehr sind. Wer den Nahmen eines galanten Menschen davon tragen will, der muß sich vornehmlich vor allen diesen und ähnlichen Fehlern hüten. Denn ob­gleich dasjenige was Fehlerfrei) ist, darum noch nicht gerad schön ist, so wird doch daffelbige immer vorausgesetzt, und ein solcher Mensch wird wo nicht artig doch wenigstens in Gesellschaften erträglich seyn. Hernach muß er sich bemühen seinen Verstand durch das Lesen witziger Schriften aufzu- klären und zu schleifen: und endlich muß ein fortgesetzter Umgang bey dem man alle Behutsamkeit gebrauchen und anfänglich mehr einen Zuschauer als eine Hauptperson abgeben muß, ihn das anständige lehren, damit er aus dem Schatz von guten Kentniffen und Einfällen, den er sich gesammlet hat, dasjenige heraus wählen kann, was sich am besten auf die vorhandne Personen schickt. Hierdurch wird er nach und nach eine Fertigkeit erhalten nichts zu jagen, was nicht wenigstens dem gesittetesten Theil in der Gesell­schaft gefallen sollte. A- V.

Die Deutschen haben überhaupt betrachtet einen Vorzug für andern Nationen, daß sie in ihren historischen Schriften genau und richtig zu Werck gehen, da die meisten andre Schriftsteller theils die Quellen ihrer Nachrichten gar nicht anführen , theils nicht mit gehöriger Sorgfalt, son­dern obenhin und verstümmelt abziehen, theils auch gar aus Vorurrheilen einem oder dem andern insonderheit alten Schriftstellern bald zu viel bald zu wenig beylegen, und keine rechte kritische Erkenntnisse mit hinzubringen, wenn sie in solchen Dingen arbeiten. Man kann zum Beweiß dessen nicht nur die allgemeine Welthistorie, sondern auch den Auszug derselben, davon bereits zwey Theile zum Vorschein gekommen, mit den-Originalien verglei­chen , oder auch nur blos die der Uebersetzung beygefügten Anmerckungen zu Rath ziehen. Eben so Verhaltes sich mit Schriften philosophischenJnnhaktS. Die Ausländer haben selten eine hinreichende Belesenheit, und daher kommt es, daß sie ost Sachen aufwärmen, die von den Deutschen unzehlichcmal widerlegt worden, und sich mit dem geringsten gutenGedancken, verschon in hundert Büchern steht, als mit einer neuen Erfindung breit machen. Ein jeder hat sein eigen System, das er allenthalben einfliesen läßt, ohne zu wissen, daß die Unrichtigkeit seiner Grundsätze längstens dargethan wor­den- Die Deutschen sind zwar auch noch allzusehr Liebhaber der Systemen:

J i * Aber