76 Grestsche wöchentlich- gemeittttützige Auzergen
tiehren, und also, so viel an ihm ist, alles thut, sich unbefugter Weise um dasselbe zu bringen.
Ein Duellant begehet endlich einen Raub: weil er seinem Nächsten, ohne Recht, mehr als Gold und Geld, Gesundheit, Leib und Leben, und wohl noch gar Seele und Seligkeit darzu raubt. Das Wort: Dieb-- stal, ist zu gering für denselben, sonst fönte man beweisen, daß er ihn eben so, als tin ungerechter Richter, begehe, der dem Neunzig Thaler stich- let, den er um hundert strafet, wann er, nach denen Gesetzen, nur zehen verwürcket bat.
Greifet aber nun ein Duellant der höchsten -Obrigkeit in ihre Ge- rechtsanw; setzt er sich als ein Rebelle an ihre Stelle, und gar über dieselbe, begehet er Mord und Todschlag; ist er ein Selbstmörder; ein Dieb und Räuber; und sind solche Personen, nach dem Geständnis aller ehrliebcndcn, infam; so ist ganz unleugbar, daß ein Duellant, durch seinen Zweykampf, ehrlos handele, und sich dadurch infam mache.
(Lo infam aber ein Duellant handelt, so närrisch handelt er auch. Der handelt ohnstreitig närrisch, der, in dem wichtigsten Streithandel, in einer seine Ehr Leib und Leben betreffenden Sache, an einen blinden und des Rechts ganz unerfahrnen Richter appellirek; der doppelte Belei. Digungen für eine Genugehuunghalt; bas Vostb^rste für das schlechteste gibt, und seine Ehre selbst für nichtswürdig erkläret ; weil er, in allen diesen Dingen, dem Endzweck seiner Glückseligkeit ganz und gar zuwider handelt, und dadurch den rechten Character eines grosen Thoren an Den Tag legt. Alles dieses thut aber ein Duellant abermals.
Er appellirek/ in der wichtigsten Ehr-- Leib und Leben betreffenden Sache, an einen blinden und des Rechts ttanz un-- erfahrnen Richter: weil kein Mensch die Pistol und Degenspitze eines Zornigen für was anders halten, und ein jeder zugeben wird, daß er in der Narrheit einen grosen Rang vor dem habe, der bet; einem einzunehmendcn Augenschein, auf dem fein Daab und Gut beruhet, von einem sehenden an einen blinden Richter appelliret.
Ein Duellant hält ferner, doppelte Beleidigungen für eine Genugthuung: weil er auch alsdann Satisfaction zu haben vorgiebt,wann er, zu der Beleidigung, um derentwillen er duelliret, gestochen, lahm gehauen, oder auf den Tod verwundet wird; und selbst, so viel auf ihn an- kommt, den Verlust seines Leibes undLebens dafür rechnet; die F'uchtaus einem Vaterland; (wann er den Gegner entleibet;) seine immerwährende Gewis-


