Ausgabe 
8.7.1766
 
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zio Gl'esisthe wöchentlicht gememnZtzige Anzeigen

insonderheit in grosen Städten sagt, ist so unrecht nicht. Doch halte ich den Weg, sich eines guten Freundes dabeyzu bedienen, für besser undanstän- . diger. So lange aber die mit dieser Sache verknüpfte Schande, die zuletzt auf blosen Vormtheilen beruht, nicht aufgehoben wird, müssen unzehliche schlechte Heurathen aus Mangel einer bessern Gelegenheit getroffen werden, und manches Frauenzimmer, das einen rechtschafnen Mann glücklich machen könnte, ihr Leben in der Einsamkeit beschliefen. Wie bedaure ich die guten Kinder, welche eine ihnen beschwerliche Jungfernschaft wegen einer ungegrün­deten Gewohnheit und wegen der Furcht lächerlich zu werden, in der Stille beweinen müssen! Der eigne Vortheil der Mannspersonen erfordertes, die bisherige Gewohnheit in etwas mindern zu helfen. Glücklich, wenn diese Gedanken etwas zur Ablegung eines allgemeinen und höchstschädlichen Vorurteils beytragen könnten

Wer haben seit einiger Zeit wieder sehr viele Briefe erhalten, wo­von folgende der Aufmerksamkeit vieler unsrer Leser und Leserinnen nicht unwürdig sind.

Meine Herren.

Sie haben ehedem einen berühmten Arzt in ihren beliebten Blattern empfohlen, der als ein wahrer Menschensreund verschiedene Euren gethan. Solte er nicht wohl einem Elenden zu Hülfe kommen, dem allem Ver- muthen nach die Seele in den Lew gefallen ist, und allen Anzeigen nach, um den Magen herum sich noch aufhäkt. Lassen Sie ihn retten, wann eS noch möglich ehe sie noch weüer herabsinket. Man hat zwar in dem Kran- kenRegister, welche das berühmte Aikhaudische schwarze Pulver curiret ha­ben soll, nachgesuchet, aber doch keine so erstaunliche Krankheit gefunden, dahero auch der arme Herr Johannes Trampel (so heißt dieser Unglück­liche) von dieser Universakmediein keine Hofnunghat. Die Umstände desi selben sind folgende: Wann er etwas siehet oder höret, so hat er kei- ne Ruhe im Leibe, bis es die halbe Welt durch seine Bemühungen weiß. Wird ihm etwas im Vertrauen offenbaret, so ist der folgende fff Paroxismus desto heftiger, dann weil nichts bey ihm bleiben kann, e oie- fr ses sind ohnehin Die gefährlichsten Krankheiten) so machet das Verbott, fr es nicht zu sagen, ihm ordentliche GeburtsSchmerzen, und man siehet die Wehm um dm Magen her, wo es so lange hebt, ins das ganze

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