Ausgabe 
8.4.1766
 
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vttö N<rchrichtm. 103

Menge bon Leuten von gutem Geschmack anziehen, und der schlechte sich unvermerckt verlieren würde. Die meisten schlechten Scnbenten sündigen mehr aus Unwissenheit als Vorsatz. Sie haben das Gute mcht kennen, nie von dem Schlechten uliterscheiden gelernt. Wenn sie die Feder führen sollen , so wissen sie nicht, wre sie es machen müssen. Sie nehmen das erste elende Muster das ihnen vorkommt, und ahmen es nach. Durch die Zeit nnd die Gewohnheit w.'roen sie hernach in ihrem verdorbenen Geschmack > verhärtet, daß es ihnen unmöglich falt, denselbigen abzulegen. Denn wie wenig gefallen uns Vorschläge, gegen die wir vielleicht nichts Erhebliches einzuwenden haben, wenn sie unfern eingewurzelten Vorurkheilen zuwi­der sind. ,

Zur Nachricht.

Derjenige unter unfern Herrn Correspondenten, der uns vor etlichen Tagen einige Anmerkungen über unfern Vorschlag zur Ablesung der predigten* zugeschickt hat, wird es nicht ungütig nehmen, wenn wir seine Anmerkungen nicht von Wort zu Wort in unsre Blätter einrücken und sie nicht ganz umständlich beantworten Wir glauben zwar, daß matt nicht genug zur Verbesserung des Vortrags auf der Canzel sagen kann; allein wir befürchten doch gegenwärtig unser» Lesern, deren geringster Theil gewis aus Theologen besteht, zu nnsfallen, wenn wir sie schon wieder mit Gedanken von dieser Materie unterhalten wollten, besonders da der uns zugeschickte Brief nicht allein an sich etwas lang ist, sondern auch eine viel­leicht noch längere Antwort erfodern würde, wenn wir ihn von Wort zu Wort zergliedern und widerlegen wollten. Um aber doch den bescheidenen Anmerkungen unsers Herrn Correspondenten Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen und unsrer Pflicht einigermasen gnug zu thun, so wollen wir darauf nur ganz kurz antworten. D'r Brief besteht aus zwoen Anmerkungen, welche die Ausführung unsere Vorschlags schwer machen sollen. Die Ant­wort aus die erste Anmerkung wird uns unser Herr Correipondent schenkm, weil sie, wie er selbst sagt, dem Merth unsrer Gründe nichts bcnrmt. Die zwote Anmerkung betrift die Unmöglichkeit des Aufschreibens der Predigten w.gen Mangel der Zerr bey geparsten auserordene-

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? S. das achte Stück unsrer Anzeigen.