und Nächnchttrr. i
ttiqfaltigen Gefahren, denen ich unterworfen gewesen bin und die feine gütige Hand von mir abgewendet hat; aber ich sehe keinen von rühmlichen Thaten, keinen von Tugenden, der Ewigkeit würdigen Tugenden, geschmückt. Mein ganzes Leben wird Licht, wenn ich die Güte und Erbar- mung meines GOttes gegen mich, und es wird ganz Finsternis, wenn ich meine Tugenden darin aufsuchen will. Was bleibt mir nun von allen den Thorheiten übrig, die ich bisher begangen habe? Haben sie mirdasVergnü- acn und die Glückseeligkeit gewahrt, dieichmirvon ihnentraumte? O! Wie ruhig könnte ich anitzt seyn, wenn ich alle meine Tage in der Erfüllung meiner Pflichten zugebracht, und meinen gütigen Schöpfer nicht so oft durch meine Ausschweifungen erzürnt hatte! Welch ein qualenvolles Leben ist doch das Leben des Menschen ohne Tugend! Man kann es nicht einmal ein Leben nennen. Es ist weniger als Leben, wenn man nur lebt, um den Unendlichen zu erzürnen. Ach wenn mich der Allmächtige in meinen unbedachtsamen Empörungen gegen ihn ergriffen und mich wie einen Wurm, der unter den Füßen des Wandrers stirbt, zermalmt hatte, wie un* glückseelig würde ich nicht auf ewig gewesen seyn! Und muß ich dieses nicht immer noch befürchten, wenn ich fortfahren wollte, ihn durch meinen Ungehorsam zu beleidigen? Nein dieser Gefahr will ich mich nicht wieder von neuem aussetzen. Ich will gegen die unaussprechliche Geduld meines GOt- tes nicht wieder so undankbar seyn. Ich will mir mein Leben von nun an besser zu Nutze machen. Ich habe meinen GOtt, der so unendlich viel für mich gethan hat, bisher nicht von ganzen Herzen und aus allen Kräften geliebt und gefürchtet. Von nun an aber soll dieses meine allerheiligste Pflicht seyn. Ich will es ihm durch alle meine Handlungen beweisen, daß rch ihn über alles liebe und fürchte. Die Pflichten gegen meinen Fürsten habe ich nicht mit der Strenge erfüllt, womit ich sie hatte erfüllen sollen. Ich war oft nachlässig und untreu in meinem Anit. Ich zog oft angenehme Gesellschaften und Lustbarkeiten meinen wichtigem und nöthigern Verrichtungen vor. Ich will hinführo meinem Fürsten treu dienen. Ich will nicht eher Gesellschaften und Lustbarkeiten besuchen, als bis ich den Pflichten meines Amts ein Genüge gethan habe. Die Ruhe meines Gewissens soll mir lieber seyn, als diese kurzen vorüberrauschenden Ergötzlichkeiten. Ich habe meinen Körper, diesen prächtigen Vau meines Schöpfers, oft durch Un- mäsigkeit im Essen und Trinken geschändet und geschmäht und dadurch selbst meine Vernunft manchmal zu wichtigem Geschäften untüchtig gemacht. Ich will von nun an mäsiger leben, um desto aufgelegter zur Ar Erfüllung


