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Probe von unsrer Dankbegierde für ihren Veyfall geben könnten; so wird sie uns vorsetzlich aus der Hand gespielt. Welche Gelegenheit hatte schöner dazu seyn können, als dieser Tag! Wir hatten uns heute so unvergleichlich bey ihnen durch einen ganzen Bogen voll treuer Wünsche für ihr Ganges Leben, für ihre beständige Gesundheit, für ihr Gluck und ihre Zu« siiedenheit von neuem beliebt machen können. Und sie konnten es so gar mit dem völligsten Rechte verlangen, daß wir dieses neue Jahr mit solchen Wünschen angefangen hätten. Aber der böse Brief! Gewis es kränkt uns von ganzer Seele,-daß er uns an der Erfüllung unsrer ersten Pflicht verhindert. Es war ihm Zeit, daß er sich eben auf den heutigen Tag schickte, und daß wir vefmuthen konnten, er würde dem vernünftigen Theil unsrer Leser nicht gar zu sehr misfallen ; wir wurden ihn sonst ganz unfehlbar wieder zurück geschickt, und nach der alten höchst löblichen Gewohnheit unfern Lesern, lieber einen NeuJahr - Wunsch mitgetheilt haben. Unsre Leser werdens uns also gütigst verzeihen, daß wir diesem Briese dismal den Vorzug lassen. Aber sotten wir ihnen dann gar nichts zum NeueuJahr wünschen s Wir wollen alle unsre Wünsche in diesen einzigen aufrichtigen Wunsch zusammen fassen: haß unsre Leser jeden künftigen Tag lhres Lebens ft beschliefen mochten, wie der Verfasser der folgenden Betrachtung das verflossene Jahr beschlossen hat.
Betrachtung über mich selbst am Ende des Jahres.
Groftr GOtt! Dieses Jahr ist schon wieder verflossen. Ich bin schon wieder ein Jahr der Ewigkeit näher gekommen. Wie schnell fliehen hoch meine Tage dahin! Sie vergehen, ohne daß ichs merke und was das schlimste ist, sie vergehen, ohne daß ich sie zu meiner Gkückseeligkeit und den Absichten meines gütigen Schöpfers, der sie mir bis hieher aus so grofer erbarmungsvoller Langmuth verlängert hat, gemäs anwende. Wenn ich bedenke, wie unendlich viel mein Schöpfer bisher für mich gethan hat , und wenn ich mir vorstelle, wie wenig ich zu feiner Verherlichung beygetragen, uud wie sehr ich den unermüdeten Wirkungen feines Geistes an meiner Seele wiederstrebt habe , wenn ich anitzt alle meine Tage vor wich hinlege und das Verhalten meines GQttes gegen mich, mit meinem Verhalten gegen ihn vergleiche, wiowerde ich vor dem Allwissenden Zeugen meines Verhalten- bestehen! Ich sehe sie alle, diese ^age feiner Huld und feiner Langmuth, ich sche sie alle wie sie da vor mir liegen, mit unendlich vielen Wolthaten bmchntt / ich fthe die Güter, die er mir geschenkt hak, ich sehe die man-
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