28 - Giesische gemekttttStzize Anzeige
Doch in weit theureren Geschenken,
Die die Unendlichkeit nur mißt, Und die zu klein selbst Engelskräfte denken p
Zeigst Du / daß Du die Liebe bist.
Uns - kann ichs denken? - uns, die Feinde,
Die Lästrer Deiner Heiligkeit, Uns, die die Sünde wider Dich vereinte;
Uns hat Dein Tod vom Tod befteyt.
Hier , Seele, preise GOTT mit Schweigen p
Hier fühl nur deine Endlichkeit
Und deine Schuld l und laß dein Leben zeugen , Daß dich sein Tod vom Tod befteyt.
Weil wir unfern Lesern versprochen haben, Siezuweilen mit lehrreichen Beyspielen zu unterhalten, um ihnen dadurch die Tugend immer liebenswürdiger zu machen; so wollen wir heute ein Beyspiel einrücken, das besonders unfern Leserinnen sowohl Töchtern als Müttern angenehm und nützlich seyn könnte. Es ist eine wahre Geschichte, die sich mit einem Helden- müthigen, treuen und tugendhaften Mädchen in Italien zugetragen hat, das durch die Stärke seiner Tugend einen Verfolger derselben überwunden und zu seiner Schuldigkeit zurück gebracht hat. Hier ist die Geschichte selbst.
Ein deutscher Prinz lernte zu Siena, in Italien, ein Frauenzimmer kennen, welches man für die größte Schönheit in Italien hielt. Er erstaunte über diese Schönheit und durch Vermittelung eines Abts, der ein Verwandet von ihr war, fand er Gelegenheit mit der Mutter zu sprechen und dieser seine unreine Absichten zu entdecken. Die Mutter war so entsetzlich gottlos, für tausend Louisd'or die Ehre ihrer Tochter zu verkaufen, und der unschuldigen Schönen selbst diesen abscheulichen Antrag zu thun. Die Tochter warf sich zu ihren Füßen, sie slehete; die barbarische Mutter blieb unbeweglich und drohete ihr, sie lebenslang in ein Closter zu stecken. Ihre Ehre zu retten, faßte die tugendhafte Tochter, einen kühnen Entschluß. Sie stellte sich als ob sie den Prinzen annehmen wollte. Als sie mit ihm allein war, fichl sie ihm mit Thränen zu Füssen. Prinz sagte sie, ich bin in


