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daß er, wie viele seines gleichen, nicht einmal weiß/ aus welchen Absichten ein vernünftiger Christ eigentlich in die Kirche gehen must. Wie könnte er sonst/ da er eben von dem Ort kommt/ wo er seine Zunge zum Lobe und Preise seines Schöpfers hatte brauchen solle«/ itzt dieselbe schon zum Fluchen und Schwören brauchen? Wie könnte er sonst den ganzen Sonntag mit unmrtzen Beschäfftigungen und unerlaubten Lustbarkeiten entweihen?
Und wie viele giebt es nicht noch/ die auf eine dergleichen unanständige Weise den Tempel des HErrn besuchen und nichts desto weniger dadurch demselben zu dienen sich einbilden? Viele scheinen blos in die Kirche zu gehen/ um die Predigt des Priesters hernach beurtheilen und tadeln zu können. Und noch mehrere gehen blos hinein/ weil sie glauben/ daß man auser der Kirche GOtt nicht dienen könne/ und daß kein Tag als der Sonn- rag zum Dienste' Gottes brauche angewendet zu werden. Sie meinen, wenn sie des Sonntags eine Predigt hörten / hätten sie GOtt genug gedient/ die übrige Stunden des Tages könnten sie ganz wohl zu Uippigkei- ten verwenden. Die allermeisten aber ziehen den äuserlichen Gottesdienst , dem innerlichen vor/ und schmeicheln sich mit der Hofmmg / GOtt werde mit ihrem Dienst zufrieden seyN/ wenn sie nur in der Kirche recht stille und aufmerksam wären und den Jnnhalt der Predigt behielten. An die Ausübung der behaltenen Wahrheiten denken sie nie, diese gehöret nach ihrer Mennung nicht zum Gottesdienst.
Alle diese grose Fehler wird derjenige sorgfältig vermeide«/ derGOtt von ganzem Herzen dient und sich bestrebt/ ihn im Geiste und in der Wahrheit anzubeten. So bald er in den Tempel des Allmächtigen eintritt, weiht er seine Seele zu einer stillen Aufmerksamkeit und zu einer feyerlichen Andacht em. Sein äuserliches Betragen ist ganz Ehrfurcht, Bescheidenheit und Sittsamkeit. Bey diesen äuserlichen Zeichen des Gottesdienstes aber läßt fr es nicht bewenden. Er sammelt seine Gedancken und heftet gleichsam seine ganze Seele auf die wichtige Msache, warum er diese heilige Stätte be- tretten hat. Er sitzt sein Hertz in volle Flammen und feuert es zu den edelsten Empfindungen a»/ weil er sich unterwinden will/ mit dem Allerhöchsten zu reden. Alle Schätze der TVelt M ihr« zu geringe/ als daß sie ihn im Gebär störe« sollten. Er hält sich nie für gröser Md reicher-, als wenn er vor dem Allmächtigen im Staube liegt. Sem Mock ist kein gedankenleeres Gezisch, das von dem Munde verrichtet wird, ohne daß däs Herz etwas davon weiß. Sein ganzes Herz begleitet seine Worte. In Demuth betet er die öffentliche Beichte nach, und mit der tröstlichsten Hofnung höret er-die
Abso-


