39a Gresische wöchentlich-tzemeittttütziLe AttzeLgm
♦et Schriftsteller sagt: die Zeit unsers Lebens müssen, wir nicht nach der Menge der ^abre berechnen, sondern nach dem Gebrauch , den wir davon machen, so wie wir den Äberth eines Landguts nicht nach seinem Umsan- «e, sondern nach feinen jährlichen Einkünften bestimmen. .
Der Aberglaube ist die andre Quelle, woraus so viele überflüssige Somen und eingebildete Bekümmernisse der Menschen herfiiesen. Ja) will zwar nicht leugnen, daß der Aberglaube auch bey einem grosen ^erstände statt finden könne; denn der größte Verstand kann manchmal feh-
. Allein meistemheils ist er doch ein Beweis von einem sehr kleinen und eingeschränkten Geiste, dem es an dem Vermögen fehlt, das Wahre von dem Falschen und das Scheinbare von dem Wirklichen zu unterscheiden. Dies steht man besonders aus den Ursachen, die den Aberglauben hervorbringen. Der Aberglaube entsteht theils aus falschen Begriffen, die man steh von dem höchsten Wesen macht; theils aus einer knechtischen Furcht vor G-Okt, welche die Einbildung in unö-erregt, als wenn GOtt immer über uns zürne, wodurch wir hernach verleitet werden, allerhand lächerliche Dinge vorzunehmen, um diesen Zorn zu besänftigen; theils aus der ytei/ gung uns zu quälen, ssndem wir oft von .Natur erfinderisch zu seyn schel- nen , wie wir uns selbst beunruhigen und martern mögen; theils aus der auserordentlichen Begierde, in die Zukunft zu schauen; theils aus einer aewisstn thörichten Leichtgläubigkeit für alles das uns andre vorschwatzen; tbeilsckus gewissen Irthümern, die unter dem Pöbel im Schwange ge- ben; cheils aus den falschen Beobachtungen alter Weiber, theils aus unbefahren Zufallen," wovon man unvernünftiger Weise glaubt, daß sie durch gewisse Dinge seyen verursacht worden. Und wer kann die urjachen Des Aberglaubens alle zahlen?
Es ist also kein Wunder, daß ein Abergläubiger auf taujend Ungereimtheiten verfällt und in den unschuldigsten Dingen ost den Stoff zu so mannigfaltigen Aengsten und Unruhen findet. Bald ist es em Traum Don einer gewissen Sache der ihm Sorgen machet, weil er einmal gehört bat, daß er von einer schlimmen Vorbedeutung seyn soll. Bald erschreckt ibn das geringste Geräusch, weil er es für die Wirkung eines Gejpensts vder wohl gar für etwas übernatürliches halt. Bald stehen ihm die Haare m Berge, wenn er bey Nachtzeiten eine Eule stieben sieht oder schreien höret. Bald zittert er, wenn er über diesen oder jenen Platz gehen soll, wo, nach der Aussage einiger furchtsamen Haasen ein groser Hund mit Ketten raffelt oder em feuriger Mann ohne Kopf wandert. Bald schickt


