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„ mm Scharfrichter oder sonst einer alten Hexenbeschw^eritt- -ivenn seine 8- Milch nicht recht geben wollen Bald bennruhlgt Ihn emo Ahndung, bald eine Prophezeiung/ ob er gleich weis/ daßemem H^phe- ten aus unfern Zeiten nicht viel zu glauben ist.. ^>ald halt er b.e, ^rdin- yung mit einer gewissen Person/ in deren Schönheit/ Doch/ oder Gelder verliebt war/für eine milde Stiftung des Himmels. Bald glaubt er er^ r tun innerlichen Beruf zu diesem odn jenem Amte zu haben, ob er üM aleich nicht gewachsen ist. Bald druckt ihn der Alp/ bald hat er einen feurigen Drachen in den Schornstein seines Nachbars liehen sehen/bald verfolgt ihn eine Hexe , bald ein Zauberer/ bald zieht ihm m der Nacht ein Gespenst die.Decke ab/ bald treibt ihm das Geschrei) emer Katze einen Angstschweis aus: bald lfindet er in diesem/ bald in jeneni Notfall neue Ursachen sich zu quälen und zu ängstigen. . Kurz derAberglaubig^stthö- richt genug/ die gleichgültigsten Umstände m lauter Unglück und ^bieder- wärtigkeit zu verkehren und eben so viel von nichtsbedeutenden Zufullen als von wirklichen liebeln zu erdulden / gleich als wenn die nalMlichen Unvollkommenheiten und Trübsale des Lebens nicht hinlänglich genug wn- ten / uns zu quälen und zu beunruhigen. Sollten wir nicht wen : seyn, als daß wü'/ gleich den Thoren , rms nur beschäftigen / die nothwendigen Uebeln des Lebens noch durch abergläubige Grillen zu vermehren. Sollten wir nicht vielmehr dieses unsre Hauptsprgs seyn lassen, wie wir diejes Lebens Beschwerlichkeiten durch Vernunft und Religion vermindeiten.
Ob ich gleich mit Vergnügen wahrnehme, daß der schändliche und unvernünftige Aberglaube seit einiger Zeit und besonders seit dem letzten Kriege, wo den wenigsten Zeit gelassen wurde , an abergläubige Meynun- «en zu denken, und wo man meistentheils mit Leuten zu thun hatte , die nicht einmal einen GOtt geschweige denn Gespenster und Zauberer glaubten, nicht so mächtig mehr unter uns bericht, als zu den Zeiten meiner 'Kindheit; so möchte es doch noch nicht ganz überflüssig seyn, wenn ich meinen Lesern ein vortrefliches Mittel sage, wodurch |ie den Lckerglaubew, Men größten Feind ihrm Ruhe, völlig tödten können. Emer von meinen Lieblings Schriftstellern, hat dieses Mittel nut den allerschönsten und stärksten Gedanken ausgedruckt und ich kann mich nicht enthalten mit semen eignen Worten mein heutiges Blatt zu beschliesen. „ ^ch weis, sagt er, mir ein Mittel meine Seele wider den Aberglauben, wider alle dunkle Vorbedeutungen und wider die Schrecken des Gemüths zu starken. Die-^ sss ift, -aß ich mich der FreundstlMund des Schutzes d«s,enigen We-


