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Unterricht. Wenn man aber bedenckt, wie elend die Historie auf den mei­sten Schulen vorgetragen wird, wie man fast nichts als ein bloses Ge­dächtnis Merck daraus zu machen pflegt, wie-die meisten Lehrer nichts wei­ter verstehen, als ihr Lehrbuch abzulesen, auswendig.lernen und hersagen zu lassen, und daß endlich auf wenigen Schulen, (wie wir denn wircklich uns auf gar keine besinnen können) ein kurzer Begriff der Kirchengeschichte gegeben wird, so wird man an der Nothwendigkeit diese Stücke besser aus Universitäten zu treiben, nicht mehr zweifeln. Insonderheit gehört von dem Theologen die Reichshistorie, und von dem Juristen die Kirchenge- schichte des Neuentestaments mitgenommen zu werden, wenn die Zeit nicht ein mehreres erlaubt. Wenn man nicht so roh von Schulen kommt, ein wenig mehr Fleiß anwendet, als gewöhnlich ist, richtige Begriffe von der Gelehrsamkeit hat, und seine Zeit nicht mit entbehrlichen Vorlesungen hm- bringt, so wird man nicht über den Mangel der gehörigen Zeit in diesem Stück klagen dörfen.

In ansehung der geiehrten Geschichte, sind die Vorurtheile noch ge­meinen denn sie wird fast durchgehends versäumt. Ein jeder Gelehrter er sey von einer Facultät, von welcher er wolle, solte wenn er anderst diesen Namen mit recht führen will, hinlänglich darinnen bewandert scyn. Sie ist einem Gelehrten vergleichungsweiße zu reden, noch weit unentbehrlicher als die übrige Arten der Geschichte. Er muß die Schicksale und den Zustand der Wissenschaften überhaupt wissen, und dann noch insbesondre dasjenige m einem ungleich höhern Grad verstehen, was seine sich erwählte Facultät be- rrist, wenn er mit eignen Augen sehen, seinen Lehrern nicht blindlings glau­ben, neue Erfindungen von dem was man längst gewußt hat, unterschei­den, und dasjenige was andre grose Männer in der Gelehrsamkeit bereits geliefert haben, benutzen und zum weitern Nachdencken gebrauchen will. So nöthia einem Gelehrten die Philosophie und die Kunst selbst zu den- cken ist, so nölhig ist ihm auch die Geschichte, damit er Gelegenheit und Materialien zum Nachdencken bekommt, sich nicht martert, Sachen durch eigne Kräfte ausfindig zu machen, die andre schon längst in ihr gehöriges Eicht gesetzt haben, die Zeit nicht mjtunnützem Grübeln verschwendet, son-. . der» auf das Gute was er von andern gelernt hat, weiter bauen kann- Ei­ne hinlängliche Kenntnis dieser Geschichte wird ihn vor vielen Vorurthei- len einer ungegründeten Verwunderung, eines aufgeblasenen Stolzes und Verachtung andrer nützlicher Mitglieder des gelehrten Staates bewahren, und ihn gngewöhnen nicht Ms/ was den Schm der Wahrheit Wmui

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